BDI: Keine Schutzzäune für Stadtwerke

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com
Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) wendet sich gegen Forderungen, den Stromwettbewerb auf der kommunalen Ebene einzuschränken. Der industrielle Dachverband weist darauf hin, dass im Zuge der Liberalisierung alle Stromverbraucher bis hin zu den privaten Tarifkunden von sinkenden Strompreisen profitieren. Wie Berechnungen ergeben hätten, könne mit den neuen Wettbewerbstarifen ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt bis zu 300 Mark im Jahr einsparen. Bei einer durchschnittlichen Strompreissenkung von zehn Prozent, die Unternehmen in Industrie, Gewerbe, Handel und Dienstleistung 1999 erwarten könnten, würden in Deutschland rund 4,5 Milliarden Mark weniger Stromkosten anfallen.



Die deutlichen Strompreissenkungen müssten als milliardenschweres Konjunkturprogramm angesehen werden, das sich positiv auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung und den Arbeitsmarkt auswirkt. Der Wettbewerb auf dem Strommarkt erzeuge bei den Versorgungsunternehmen zwar Rationalisierungsdruck und erzwinge personelle Anpassungen. Auf der anderen Seite aber, so der BDI, entstünden neue Arbeitsplätze durch zahlreiche neue Akteure wie Händler, Makler, Broker und Berater, die sich zunehmend auf dem liberalisierten Strommarkt etablieren.



Der BDI fordert insbesondere die kommunalen Versorgungsunternehmen auf, die Herausforderungen des Wettbewerbs aktiv anzunehmen. Wegen ihrer traditionelle Kundennähe hätten Stadtwerke eine gute Ausgangsposition, im Wettbewerb mithalten zu können. Auch Stadtwerke profitierten vom Stromwettbewerb. Sie könnten nun den für die Versorgung benötigten Strom vom preisgünstigsten Erzeuger beziehen und diesen Einkaufsvorteil ihren Kunden weitergeben. Schutzzäune für Stadtwerke vor zu viel Wettbewerb seien untaugliche Mittel und führten diese Unternehmen ins Abseits; dazu gehörten auch Gebühren für den Wechsel des Stromanbieters. Statt dessen schlägt der BDI eine Privatisierungsoffensive vor, die die Stadtwerke von "kommunalrechtlichen Fesseln" befreit.


(ots)

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