Sicher und gut

BDI fordert längere Laufzeiten für deutsche Atomkraftwerke

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) sieht die Versorgungssicherheit in Deutschland in Gefahr, wenn die heimischen Atomkraftwerke vorzeitig abgeschaltet würden. BDI-Präsident Thumann kritisierte die Energiepolitik der Grünen als "zu ideologisch".

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Essen (ddp/sm) - Die deutsche Industrie spricht sich für längere Laufzeiten der heimischen Atomkraftwerke aus. "Wir können auf die Kernkraft in den nächsten Jahren nicht verzichten", sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Jürgen Thumann, der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (Samstagausgabe). Die Versorgungssicherheit in Deutschland sei in Gefahr, sagte Thumann weiter.

Scharf kritisierte der BDI-Präsident die Energiepolitik der Grünen: "Wenn wir die Grünen-Politik weiterverfolgen, müssen wir unseren Strom in absehbarer Zeit aus dem Ausland beziehen, zum Beispiel Atomstrom aus Frankreich." Thumann bemängelte, dass in der Energiepolitik "zu ideologisch" diskutiert werde. "Wir haben in Deutschland sichere und gute Anlagen", sagte er. Und es gebe "keine andere Energie, die ähnlich klimafreundlich ist und jederzeit die Versorgung sichert wie die Kernkraft".

Das könnte Sie auch interessieren
  • Ende-Mit-Kernenergie

    Energiewende fordert ihren Tribut: RWE und Eon kämpfen

    Die Energiewende ist fünf Jahre nach der Atomkatastrophe voll im Gange. Auf der einen Seite sind erneuerbare Energien auf dem Vormarsch und bringen neue Jobs. Auf der anderen Seite ist mit fossilen Kraftwerken kaum noch Geld zu machen – die großen Energiekonzerne leiden.

  • England

    Briten beschließen Garantiepreis für Atomstrom

    Nach einer Pause von fast zwei Jahrzehnten macht sich Großbritannien wieder an den Ausbau der Atomenergie. Der französische Energieriese EDF wird zwei neue Atomreaktoren auf der Insel bauen - und der Staat garantiert einen Mindestpreis für den Atomstrom, ähnlich wie in Deutschland für Ökostrom.

  • Stromnetz Ausbau

    RWE: Keine Strompreiserhöhung bis Jahresende

    Bei der Vorlage der Halbjahreszahlen heute in Essen hat sich der Chef des größten deutschen Energiekonzerns RWE, Harry Roels, deutlicher als zuvor gegen die wachsende Kritik von Kunden und Verbraucherverbänden an den steigenden Strompreisen gewehrt. Strom sei eine Ware und RWE kein Spekulant, sagte er.

  • Energieversorung

    Primärenergieverbrauch sank im ersten Halbjahr 2005

    Die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen hat die Primärenergieverbrauch-Statistik für das erste Halbjahr 2005 vorgelegt: So betrug der Primärenergieverbrauch in Deutschland in den ersten sechs Monaten dieses Jahres mit knapp 244 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten etwa 1,2 Prozent weniger als im Vorjahr.

  • Energieversorung

    VIK: Strompreise sinken bei Laufzeitverlängerung

    Wird der Kernenergieausstieg nicht vollzogen, können die gebildeten Rückstellungen u.a. für den Rückbau der Anlagen gestreckt werden. Die Anlagen produzierten am "goldenen Ende", was zu sinkenden Strompreisen führt. Davon ist jedenfalls der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft überzeugt.

Top