Klimaschutz

BDEW: Kraftwerksbau braucht Investitionssicherheit

Die Energiewirtschaft in Deutschland steht trotz Kritik an der konkreten Umsetzung des CO2-Emissionszertifikate-Handels hinter den Klimaschutzzielen der EU, bekräftigt Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW).

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (red) - Es komme jetzt darauf an, die weiteren Regelungen zügig und investitionsfreundlich auszugestalten. Dies betreffe insbesondere den geplanten Investitionszuschuss für den Bau hocheffizienter Kraftwerke sowie für die geplante Förderung der in Europa geplanten CCS-Demonstrationsanlagen, sagte Müller anlässlich der heutigen formellen Verabschiedung des Energie- und Klimaschutzpakets ("Grünes Paket") durch den EU-Ministerrat. Das "Grüne Paket" beinhaltet neben der Emissionszertifikatehandels-Richtlinie auch die Richtlinien zur CCS-Technologie und zum Ausbau Erneuerbarer Energien.

Vollsversteigerung bringt unkalkulierbare Preisrisiken

Den beschlossenen abrupten Übergang zu einer Vollversteigerung der CO2-Emissionszertifikate für die Energiewirtschaft ab 2013 sehe die Branche weiterhin äußerst kritisch. Damit entstünden unkalkulierbare Preisrisiken für die Verbraucher, Milliarden-Investitionen in dringend benötigte hochmoderne Kraftwerke stünden zur Diskussion.

"Umso wichtiger ist es jetzt, dass die Investitionssicherheit beim Kraftwerksbau gestärkt wird: Wir brauchen zügig Klarheit darüber, wie genau die Bedingungen für den geplanten Investitionskostenzuschuss beim Bau neuer Kraftwerke im Einzelnen aussehen", so Müller. Die im Rahmen des Grünen Paketes mögliche finanzielle Förderung von CCS-Demonstrationsanlagen in Verbindung mit dem Zertifikate-Handel sei ein wichtiger Baustein, um diese Zukunftstechnologie so schnell wie möglich in die Praxis umzusetzen und damit die Marktreife voranzutreiben.

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