56 Milliarden Euro bis 2010

BDEW: Energiewirtschaft investiert trotz Krise mehr

Die Energie- und Wasserwirtschaft wird in den Jahren 2008 bis 2010 mehr als 56 Milliarden Euro in moderne Kraftwerke, Gasspeicher, Strom-, Gas- sowie Wasser- und Abwassernetze investieren, teilt der BDEW mit. In der weiteren Zukunft seien jedoch zahlreiche Projekte in Frage gestellt.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Berlin (red) - Bereits im laufenden Jahr werden sich die Investitionen nach BDEW-Angaben im Vergleich zu 2007 um ein Viertel auf mehr als 17 Milliarden Euro erhöhen. Für die Jahre 2009 und 2010 sind jeweils Investitionen in Höhe von rund 19 und gut 20 Milliarden Euro eingeplant.

"Damit wirken unsere Branchen als wesentliche Stabilisatoren in der deutschen Wirtschaft. Die Branchen fühlen sich mit diesen Investitionen auch dem Klimaschutz verpflichtet", erläutert Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW)..

Keine verlässlichen Rahmenbedingungen

Allerdings seien "in der weiteren Zukunft zahlreiche Projekte in Frage gestellt", so Müller. Das habe vor allem mit den neuen Beschlüssen zum EU-Energiepaket in Brüssel, die ab dem Jahr 2013 ihre Wirkung entfalten werden, und den fehlenden verlässlichen Rahmenbedingungen für Investitionen zu tun.

"Deutschland braucht jetzt eine positive Diskussion über notwendige, öffentliche Infrastrukturinvestitionen wie zum Beispiel beim Kraftwerksbau, Leitungsausbau sowie den zu langen Planfeststellungs- und Genehmigungsverfahren", betonte Müller. Voraussetzung für Investitionen in die Netzinfrastruktur sei zum Beispiel, dass eine im internationalen Vergleich angemessene Rendite möglich bleibe.

Konjunktur wird auch Energiebranche treffen

Aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklungen sei für die Energiewirtschaft schon jetzt absehbar, dass sich auch diese Branche der konjunkturellen Entwicklung nicht entziehen kann. "Einbußen in der Industrieproduktion werden sich unmittelbar in sinkenden Absätzen von Strom und Gas in dieser Kundengruppe zeigen", so die Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung.

Zweitens würden aufgrund der Finanzmarktkrise auch für die Energiebranche die Finanzierungskosten bei Investitionsvorhaben steigen. Auf Grund der hohen Liquidität und ihres in der Regel guten Ratings sei die Energiebranche allerdings "nicht ganz so stark von der schwierigen politischen und wirtschaftlichen Situation betroffen wie andere Branchen", so Müller abschließend.

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