Langwierige Planungsverfahren

BDEW beklagt Investitionshindernisse in Energienetze

Der BDEW beklagt zunehmend schlechtere Rahmenbedingungen für Investitionen in die deutschen Energienetze. Grund seien die einseitige Regulierung sowie langwierige Planungsverfahren, so BDEW-Hauptgeschäftsführerin Hildegard Müller. Sollte sich dies nicht ändern, würde das Investitionsziel in Höhe von 40 Milliarden Euro bis 2020 verfehlt.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (ddp.djn/sm) - In diesem Zusammenhang beklagte Müller die Konzentration der Regulierungsbehörde auf die Preisgestaltung für die Kunden und weniger auf Qualität und Versorgungssicherheit der Netze. Dadurch würden Investitionen zunehmend schwierig. Zugleich forderte sie eine Beschleunigung der Genehmigungsverfahren beim Leitungsbau.

Nach BDEW-Angaben investierten die Stromkonzerne 2007 rund 2,4 Milliarden Euro in die Netze und damit ein Drittel weniger als ursprünglich geplant. Für 2008 und 2009 hätten die Versorger ihre Investitionsplanungen von 7,7 Milliarden und 6,5 Milliarden Euro um rund 16 Prozent gekürzt. Dieser Trend dürfte sich fortsetzten, sagte Müller.

Die Gasversorger haben dem Verband zufolge 2007 wie geplant 1,3 Milliarden Euro in die Netze investiert. Vorerst hätten die Unternehmen die entsprechenden Mittel für 2008 und 2009 auf 2,8 Milliarden und 3,6 Milliarden Euro erhöht. Eine ähnliche Entwicklung wie bei den Stromnetzen sei wegen der unsicheren Rahmenbedingungen jedoch nicht ausgeschlossen.

Der Branchenverband vertritt nach eigenem Bekunden 1800 Unternehmen, die zusammen jeweils rund 90 Prozent des Strom- und Gasabsatzes erzielen.

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