BBU und Robin Wood: Bundesregierung ließ sich von Strom-Giganten reinlegen

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com
Bei den langwierigen Verhandlungen um den Ausstieg aus der Kernenergie hat sich die rot-grüne Bundesregierung nach Ansicht der Umweltschutzverbände BBU und Robin Wood offensichtlich von den Energiekonzernen reinlegen. Diese hätten seit Monaten detaillierte Pläne zum Abbau von Überkapazitäten vorbereitet.


Die Behauptung, ohne Atomstrom gingen in Deutschland die Lichter aus, gehörte in den vergangenen Jahren zum Standardrepertoire der Energiemanager, so die Umweltschützer weiter. In den letzten Tagen aber sei klar geworden, dass es enorme Überkapazitäten gibt. In seiner aktuellen Ausgabe berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" nun, was der rot-grüne Verhandlungspartner eigentlich hätte wissen müssen: Die Pläne für den betriebswirtschaftlich lukrativen Kapazitätsabbau liegen seit Monaten in den Schubladen der Konzerne. "In den Verhandlungen mit der Bundesregierung über einen Atomausstieg", zitiert "Der Spiegel" einen E.ON-Manager, "wären wir von vornherein unglaubwürdig gewesen, wenn man gewusst hätte, dass wir allein aus wirtschaftlichen Gründen in den nächsten Monaten eine große Anzahl von Kraftwerken schließen müssen."


"Diese Aussage bestätigt unsere Warnungen und Befürchtungen, die wir im Vorfeld der Konsens-Verhandlungen immer wieder vorgebracht haben", erklären übereinstimmend Eduard Bernhard, Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) und Bettina Dannheim, Robin Wood-Energiereferentin. Bernhard bringt es so auf den Punkt: "Die Bundesregierung hat sich bei den Verhandlungen um den Atomkonsens über den Tisch ziehen lassen, entweder bewusst oder durch mangelnde Professionalität. Für beide Varianten gibt es keine Entschuldigung."

Das könnte Sie auch interessieren
Top