Bayernwerk handelt Wetterderivat

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com
Bayernwerk Stromhandel beschreitet mit dem Abschluss eines wetterabhängigen Energieliefervertrages neue Wege. Der Abschluss des ersten "Weather-Flex"-Vertrages in Zentraleuropa wurde vom Broker Prebon Energy vermittelt. Der Vertrag sieht vor, dass die zu liefernde Energiemenge in Abhängigkeit von einer objektiv ermittelten Referenztemperatur täglich neu festgelegt wird. Im konkreten Fall wird die Liefermenge zwischen den Vertragspartnern im Monat März automatisch erhöht, sobald die Temperatur um 0.00 Uhr eines Tages den Wert von 4 Grad unterschreitet. Die Erhöhung der Energiemenge erfolgt dabei proportional zum Absinken der Temperatur unter diesen vereinbarten Schwellenwert. Die Lieferung erfolgt zu einem Festpreis.


Wirtschaftlicher Hintergrund für den Abschluss von temperaturabhängigen Stromlieferverträgen kann z.B. die Deckung zusätzlicher Last durch Nachtspeicherheizungen sein. Der dadurch erhöhte Strombedarf tritt bei sinkenden Temperaturen typischerweise mit einer Zeitverzögerung auf. Durch einen festgelegten Temperatur-Schwellenwert wird ein solcher Zeitverzug sachgerecht abgebildet. Wetterderivate, die in den USA bereits zum Standardinstrumentarium im Corporate Risk Management zählen, dürften sich auch in Europa zunehmend durchsetzen.

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