Statistik

Bayerische Kraftwerke erzeugten mehr Strom

Die Kraftwerke in Bayern erzeugten im vergangenen Jahr 74 Milliarden Kilowattstunden Strom - zwei Prozent mehr als im Jahr zuvor. 16 Prozent des Stroms stammten dabei aus Wasserkraft - diese Erzeugungsart aber sieht der Verband der bayerischen Elektrizitätswirtschaft zu wenig gefördert.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Trotz Stilllegung des Steinkohlekraftwerks Erlangen Franken II haben die bayerischen Kraftwerke im vergangenen Jahr knapp 74 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt. Das sind zwei Prozent mehr als im Jahr zuvor, wie der Verband der bayerischen Elektrizitätswirtschaft (VBEW) meldet.

Der Stromverbrauch in Bayern liegt bei 70 Milliarden Kilowattstunden. Somit wurde der in Bayern verbrauchte Strom auch in Bayern erzeugt. 80 Prozent der 74 Milliarden Kilowattstunden stammen aus den 14 größten bayerischen Kraftwerken (vier Kern-, zwei Braunkohle- und acht Steinkohlekraftwerke), 16 Prozent aus Wasserkraft. Die restlichen vier Prozent wurden in kleinen Kraftwerken erzeugt, die meist mit Öl oder Gas betrieben werden.

Der Anstieg der Stromerzeugung sei vor allem auf Effizienz-Steigerungen bei den Kraftwerken zurückzuführen, erklärt der VBEW. Die Stromerzeugung aus Wind und Sonne hat in Bayern ebenfalls zugenommen. So wurden im Jahr 2001 etwa 40 Prozent aller bundesweit geförderten Photovoltaikanlagen in Bayern errichtet. Insgesamt sind etwa 50 MW Leistung aus Photovoltaik hierzulande installiert. Die installierte Leistung bei Wind konnte von 2000 auf 2001 um etwa 50 Prozent auf rund 10 MW Leistung erhöht werden. Trotz dieser Steigerungsraten stammt nur rund 0,1 Prozent des Stroms in Bayern aus Windkraft- und Photovoltaikanlagen.

Mehr als 16 Prozent des Stroms in Bayern kommen aus Wasserkraftwerken. "Das ist in Deutschland einmalig", betont der VBEW. Somit liege Bayern mit der Erzeugung von Strom aus regenerativen Energien an der bundesdeutschen Spitze. Leider werde die Wasserkraft bei Diskussionen um erneuerbare Energien gerne vergessen oder benachteiligt. Dies stelle Kraftwerksbetreiber - etwa wenn es um einen Neubau oder Sanierungen geht - heute vor große Probleme.

Aus Sicht des VBEW muss Bayern als Kraftwerksstandort mit dem umweltfreundlichen Energiemix, wie es ihn heute gibt, erhalten werden. Der VBEW fordert: "Der Strom, der in Bayern verbraucht wird, muss auch in Bayern erzeugt werden". Durch eine Stromerzeugung vor Ort werde die Versorgungssicherheit gewährleistet. Kraftwerke würden Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Bayern schaffen sowie lange Leitungswege und Leitungsverluste vermeiden. Bei den derzeitigen Rahmenbedingungen werde aber kein Kraftwerk in Bayern mehr gebaut oder ertüchtigt werden - das ist aus Sicht des VBEW der falsche Weg.

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