Frankreich

Bauriese räumt Probleme bei Vorzeigereaktor ein

Die Schwierigkeiten beim französischen Vorzeigereaktor der dritten Generation dauern an: Das Bauunternehmen Bouygues gab am Mittwoch zu, dass die Arbeiten am Europäischen Druckwasserreaktor (EPR) in Flamanville weiterhin "äußerst schwierig und komplex" seien. Man liegt am Ärmelkanal inzwischen Jahre hinter dem eigentlichen Plan.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Paris (afp/red) - Das Unternehmen sei aber nur für die Baustelle zuständig, über die letztendlichen Kosten des Reaktors und den Termin für die Fertigstellung stehe ihm keine Meinung zu, sagte Konzernchef Martin Bouygues am Mittwoch in Paris. Der französische Stromriese EDF hatte im Juli einen neuen Bericht zum EPR in Flamanville abgeschlossen, wonach der Reaktor in der Nähe von Cherbourg fünf statt wie veranschlagt 3,3 Milliarden Euro kosten wird. Außerdem wird er nicht vor 2014 ans Netz gehen, während er eigentlich 2012 fertig sein sollte.

Der EPR gilt als leistungsfähiger und sicherer als bisherige Atomkraftwerke. Frankreich, das rund vier Fünftel seines Stroms in Atomkraftwerken erzeugt, will damit alte Kraftwerke ersetzen und setzt große Hoffnungen in den Export der Technik. Derzeit soll neben dem EPR-Reaktor in Flamanville ein weiterer im nordwestfranzösischen Penly gebaut werden. Der erste EPR-Reaktor überhaupt entsteht in Finnland, statt Mitte vergangenen Jahres geht er wohl frühestens Ende 2012 ans Netz.

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