Folgen des Winters

Baubeginn der Ostsee-Pipeline verzögert sich leicht

Der Baubeginn der Ostsee-Pipeline verzögert sich voraussichtlich um wenige Tage. Das "relativ späte Auftauen der Eisdecke" auf dem Meer sei verantwortlich für die Verschiebung. Unterdessen hat das Verlegeschiff "Castoro 6" schwedische Gewässer und damit den Trassenkorridor der Pipeline erreicht.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Gotland/Bornholm (afp/ddp/red) - Das Eis habe "leichte Verzögerungen" beim Start der Verlegearbeiten für die Erdgas-Rohre am Meeresboden zur Folge gehabt, sagte ein Sprecher des Betreiberkonsortiums Nord Stream am Dienstag. Deswegen könnten die Arbeiten nicht wie geplant zum 1. April losgehen. Zunächst müssten auf dem Verlegeschiff, das für die Arbeiten an der Ostsee-Pipeline speziell umgebaut wurde, noch Funktionstests vorgenommen werden. Dann könne es "in den nächsten Tagen" losgehen.

Unterdessen teilte Nord Stream mit, das Verlegeschiff "Castoro 6" habe am Dienstag vor der schwedischen Ostsee-Insel Gotland den Startpunkt für die Bauarbeiten an der Pipeline erreicht.

In den nächsten Tagen werde die Besatzung mit Hubschraubern an Deck des 152 Meter langen Schiffs eingeflogen, sagte ein Unternehmenssprecher. Anschließend würden Ankerziehversorger das Schiff in die richtige Position bringen. Während der Verlegearbeiten werde für die internationale Schifffahrt eine etwa 1,5 Kilometer breite Sperr- und Sicherheitszone rund um das Schiff eingerichtet.

Insgesamt sollen in den nächsten zwei Jahren auf See drei Verlegeschiffe die Rohrsegmente der Trasse miteinander verschweißen und auf dem Ostseegrund verlegen. Neben der "Castoro 6" kommen auch die "Castoro 10" in der Nähe der deutschen Küste sowie die "Solitaire" im Finnischen Meerbusen zum Einsatz.

Die Rohrleitung soll erstmals ab 2011 Erdgas von Russland nach Europa bringen. Federführend bei Nord Stream ist mit einem Anteil von 51 Prozent der russische Gasriese Gazprom. Beteiligt sind zudem - mit jeweils 20 Prozent - Eon Ruhrgas und die BASF-Tochter Wintershall sowie mit neun Prozent die niederländische Gasunie. Die 1220 Kilometer lange Pipeline verläuft vom russischen Wyborg am Meeresboden nach Lubmin nahe Greifswald. Das Projekt war lange umstritten.

Quelle: AFP

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