Noch kein Baustopp

Bauarbeiten für E.ON-Kraftwerk in Datteln gehen weiter

Die Arbeiten an dem umstrittenen E.ON-Steinkohlekraftwerk in Datteln werden ungeachtet des drohenden Baustopps zunächst fortgesetzt. Derzeit könnten die Arbeiten an der Baustelle fortgesetzt werden, obwohl die Bezirksregierung Münster entschieden habe, keine weiteren Teilgenehmigungen für das Projekt zu gewähren, sagte eine Sprecherin der E.ON-Kraftwerke GmbH.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Datteln/Münster (ddp/red) - Wie lange die Arbeiten allerdings noch möglich sind, ist derzeit unklar. Rund 2000 Menschen sind nach Angaben des Konzerns an der Baustelle im Einsatz.

Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster hatte am 3. September den Bebauungsplan für das E.ON-Projekt aufgehoben. Als Grund hatte das OVG unter anderem angeführt, dass die Stadt Vorgaben zum Naturschutz und zum Schutz der Bevölkerung nicht ausreichend beachtet habe. Damit wurde der Klage eines Landwirts aus Waltrop stattgegeben. Aufgrund des OVG-Urteils hatten der Landwirt und der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Anträge auf einen sofortigen Baustopp des Vorhabens bei der Bezirksregierung Münster gestellt.

Keine weiteren Teilgenehmigungen für Kohlekraftwerk

Die Bezirksregierung beschloss daraufhin, zunächst keine weiteren Teilgenehmigungen für das Projekt zu erteilen. Ein sofortiger Baustopp wurde noch nicht verhängt, da die Begründung zu einem Urteil des OVG Münster in der Sache noch ausstehe, hieß es.

Ob E.ON gegen die Entscheidung des OVG vorgeht, ist derzeit noch unklar, sagte die Sprecherin. Das OVG hatte eine Revision zwar nicht zugelassen, dagegen kann allerdings Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht eingereicht werden.

Kohlekraftwerk mit 1050 Megawatt

Das Kraftwerk in Datteln befindet sich derzeit im Bau. Nach seiner Fertigstellung soll es mit einer Leistung von rund 1050 Megawatt eines der größten Steinkohlekraftwerke Europas werden. Die Gesamtinvestition beträgt rund 1,2 Milliarden Euro. Im Jahr 2011 sollte das Kraftwerk in Betrieb gehen. Falls die Genehmigung für das Kraftwerk aufgehoben wird, muss E.ON die Anlage zurückzubauen und den ursprünglichen Zustand wiederherstellen.

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