Krisentreffen angesetzt

Barroso warnt vor neuer Gaskrise in Europa

Mit einem Krisentreffen in Brüssel will die EU-Kommission neue Gaslieferstopps vermeiden. Zu dem Treffen am Montag in Brüssel sind Vertreter Russlands, der Ukraine und internationaler Finanzorganisationen geladen. EU-Kommissionpräsident José Manuel Barroso warnte in Berlin vor einer Gaskrise wie zu Jahresbeginn.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Brüssel/Berlin (afp/red) - Der russische Regierungschef Wladimir Putin droht damit, die Gaslieferungen über die Ukraine nach Europa bereits ab Ende Juni oder Anfang Juli einzustellen. In Moskau wird damit gerechnet, dass die Ukraine wegen ihrer schweren wirtschaftlichen Probleme die Erdgas-Rechnungen nicht bezahlen kann. Schon Anfang des Jahres waren die Pipelines nach Westeuropa wegen eines ähnlichen Konflikts tagelang gekappt.

Gas-Krisentreffen mit Russland und Ukraine

An dem Brüsseler Treffen nehmen Vertreter des russischen Erdgas-Monopolisten Gazprom sowie des ukrainischen Gaslieferunternehmens Naftogaz teil. Zudem sind der Internationale Währungsfonds (IWF), die Weltbank, die Europäische Investitionsbank (EIB) und die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) geladen. Ziel sei, "die Zuverlässigkeit der Gaslieferungen nach Europa zu gewährleisten", sagte ein Kommissionssprecher.

"Wenn Russland das Gas abdreht, ist es sehr wahrscheinlich, dass auch die Europäische Union wieder betroffen ist", sagte Kommissionspräsident Barroso beim Jahreskongress des Bundesverbandes der Elektrizitäts- und Wasserwirtschaft (BDEW) in Berlin.

Notkredit für Ukraine im Gespräch

Barroso hat nach eigenen Angaben mit ranghohen Vertretern von Regierungen über die Bereitstellung eines Notkredits an die Ukraine gesprochen. Zudem sei er in Gesprächen mit europäischen Gasfirmen, um einen Notfallplan auszuarbeiten. Bisher lehnte es die EU ab, die Erdgas-Rechnungen der Ukraine zu übernehmen, wie Putin es vorgeschlagen hat.

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