Erfurt-Nürnberg

Bahn plant eigene Starkstromleitung an ICE-Strecke

Die Deutsche Bahn will ab 2011 eine eigene Starkstromleitung an der ICE-Strecke Erfurt-Nürnberg errichten. Die 20 Kilometer lange 110-Kilovolt-Trasse soll die Neubaustrecke mit Strom versorgen, sagte ein Bahn-Sprecher am Donnerstag in Leipzig. Umweltexperten reagierten wenig begeistert.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Arnstadt (ddp/red) - Die "Thüringer Allgemeine" hatte in ihrer Donnerstagausgabe berichtet, dass die Trasse bei Arnstadt zum Teil parallel zu der geplanten 380-Kilovolt-Leitung des Projektträgers "50Hertz Transmission GmbH" verlaufen werde. Auf der Bündelungstrasse von Autobahn und ICE zwischen Erfurter Kreuz und Traßdorf würden die beiden Leitungen links und rechts der Autobahn fast nebeneinanderstehen, heißt es in dem Artikel.

Der SPD-Umweltexperte im Thüringer Landtag, Frank Weber, fordert deswegen eine teilweise Zusammenlegung der Leitungen. "Es darf nicht sein, dass es zum Schluss zwei parallel verlaufende Trassen gibt", sagte er. Durch das neue Projekt würden die Menschen in der Region erneut verunsichert. Eine enge Abstimmung sei deswegen unerlässlich. Er sprach sich dafür aus, das Bahn-Projekt in der für Mai geplanten Anhörung zur 380-Kilovolt-Trasse mitzudiskutieren.

Der Bahnsprecher wies darauf hin, dass der Konzern bereits seit 1998 das Baurecht für seine Starkstromleitung habe. "Unsere Planung kommt nicht dazu, sie war zuerst da", betonte er. Eine Änderung der Streckenführung sei rechtlich nicht möglich. "Wir müssen uns an das geltende Baurecht halten und können den Verlauf nicht verändern", sagte der Sprecher. Die Trasse werde bei Eischleben im Ilmkreis an die Bahnstromtrasse Weimar-Bebra angebunden und ende bei Ilmenau in einer Trafostation. Auf der Strecke werde sie von 80 Masten getragen.

Der Projektträger "50Hertz Transmission GmbH", der zur Vattenfall Europe AG gehört, will mit Hilfe der 380-Kilovolt-Trasse Energie aus Windkraftanlagen von der Küste in Richtung Süden leiten. Seit Jahren schon versuchen mehrere Tausend Bürger in Südthüringen und Franken gegen den geplanten Bau der Leitung vorzugehen. Sie befürchten schwere Eingriffe in die Landschaft des Thüringer Waldes und Einbußen im Tourismus.

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