Zum 1. Januar

Bahn öffnet ihr Netz für Durchleitung

Die DB Energie führt zum 1. Januar 2004 ein Durchleitungspreissystem (DPS) ein. "Als erster 16,7-Hertz-Bahnstromversorger in Europa eröffnen wir unseren Kunden die Möglichkeit, ihren Strom bei beliebigen Anbietern zu kaufen und ihn durch unsere Anlagen zu den Lokomotiven zu transportieren", erläutert Andreas P. Meyer, Vorsitzender der Geschäftsführung der DB Energie.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

"Bei der Ausgestaltung der Durchleitung haben wir uns wiederum von unserem Auftrag leiten lassen, die Eisenbahnverkehrsunternehmen preiswert und zuverlässig im intermodalen Wettbewerb zu unterstützen", so Meyer weiter. Bereits Anfang des Jahres 2002 hatte die DB Energie mit der Einführung fernauslesbarer Messeinrichtungen auf Lokomotiven die Voraussetzungen für die Durchleitung geschaffen.

Bei der Ausgestaltung der Netznutzung stand die DB Energie vor der Herausforderung, die Standards des 50-Hertz-Strommarktes auf Lokomotiven, das heißt, bewegliche Energieverbraucher, zu übertragen und mit den technischen Besonderheiten der 16,7-Hertz-Stromversorgung in Einklang zu bringen. Die Bahnstromversorgung erfolgt über ein eigenes Stromverteilungsnetz, das mit einer Frequenz von 16,7 Hertz betrieben wird und nur an wenigen Stellen über spezielle Umformeranlagen mit der öffentlichen 50-Hertz-Stromversorgung verbunden ist. Eisenbahnverkehrsgesellschaften oder deren Stromlieferanten liefern den 50-Hertz-Strom an einen vorab festgelegten Einspeisepunkt des Bahnstromnetzes, auch wenn die Züge bundesweit verkehren. DB Energie wandelt den 50-Hertz-Strom mittels Umformer in 16,7-Hertz-Strom um und verteilt diesen an die Lokomotiven.

"Die Durchleitungspreise ermöglichen unseren Kunden eine einfache Kalkulation. Anders als in der 50-Hertz-Versorgung – wird ein verbrauchsabhängiger Preis in Cent pro Kilowattstunde berechnet, also kein zweistufiges Preissystem mit in der Energiewirtschaft üblichen Leistungs- und Arbeitspreisen. Damit steht Kunden jeder Größe die Durchleitung zu gleichen Bedingungen zur Verfügung", erklärt Joachim Essig, Leiter Netzvertrieb und -management der DB Energie GmbH.

Mit der Einführung der Durchleitung hat DB Energie auch die Vollstromversorgung weiter entwickelt. Im Bahnstrompreissystem (BPS), das zwischen drei tageszeitabhängigen Preisen unterscheidet, wird die Preisdifferenzierung zwischen Hochtarif (HT) und Niedertarif (NT) reduziert. Der NT-Preis wird erhöht und der HT-Preis abgesenkt. Die Preissteigerungen an den Beschaffungsmärkten von bis zu 30 Prozent veranlassen DB Energie zu einer Anhebung der Bahnstrompreise um zwei Prozent.

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