Unter der Lupe

Baden-Württemberg überprüft Biogasanlagen

Um einen Missbrauch zu vermeiden, überprüft das baden-württembergische Umweltministerium derzeit 200 Biogasanlagen auf die Art der Einsatzstoffe. Gleichzeitig werden die Anlagenbetreiber über die technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen im Zusammenhang mit der Mitvergärung betriebsfremder Biomasse umfassend informiert.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Das baden-württembergische Umwelt- und Verkehrsministerium und das Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum haben eine Aktion zur Überprüfung der baden-württembergischen Biogasanlagen gestartet. Die Anlagenbetreiber sollen dabei über die technischen und rechtlichen Anforderungen an den Vergärungsbetrieb, die Biogaserzeugung und –verwertung sowie die Ausbringung der Gärrückstände beraten werden.

"Die ursprünglich hauptsächlich in der Landwirtschaft zur Vergärung von Gülle eingesetzte Biogastechnologie entspricht dem Verwertungsgedanken und bietet weitere ökologische Vorteile, die der Ressourcenschonung und dem Klimaschutz zu Gute kommen", erläutert das Umwelt- und Verkehrsministerium und das Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum. Vorrangiges Ziel sei die Erzeugung von Biogas aus Biomasse zur Energiegewinnung. Daneben würden durch die Vergärung der Gülle deren Eigenschaften und Emissionsverhalten verbessert. In die Schlagzeilen geraten ist die Biogastechnologie durch einen bayerischen Landwirt, der flüssige Industrieabfälle in seiner Biogasanlage mitbehandelt und später sogar ohne Vergärung auf seinen Feldern ausgebracht hatte.

Um solche Ereignisse wie in Bayern von vornherein auszuschließen, werden jetzt alle baden-württembergischen Biogasanlagen mit Ausnahme der kommunalen Anlagen auf die Art der Einsatzstoffe hin überprüft. Die Kontrolleure nehmen rund 200 Anlagen im Land unter die Lupe. Gleichzeitig werden die Anlagenbetreiber über die technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen im Zusammenhang mit der Mitvergärung betriebsfremder Biomasse umfassend informiert. Bei der Güllevergärung sind stets baurechtliche sowie düngemittelrechtliche Anforderungen zu beachten. Abhängig von der Mitbehandlung von Abfällen und der Art weiterer Einsatzstoffe, sind gegebenenfalls auch rechtliche Anforderungen aus dem Abfall-, Immissionsschutz- und Tierkörperbeseitigungsrecht zu beachten.

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