Statistik

Baden-Württemberg: Strom kommt zu 58 Prozent aus den Atomkraftwerken

65,9 Milliarden Kilowattstunden Strom wurden in baden-württembergischen Kraftwerken im vergangenen Jahr für die allgemeine Versorgung erzeugt, berichtete das Statistische Landesamt kürzlich. Die Energie kam dabei zu 58 Prozent aus Atomkraftwerken und zu 28 Prozent aus Steinkohle.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Stuttgart (red) - Im letzten Jahr wurden in Baden-Württemberg 65,9 Milliarden Kilowattstunden Strom in den Kraftwerken für die allgemeine Versorgung erzeugt. Nach Feststellung des Statistischen Landesamtes überwiegt mit 58 Prozent traditionell der Atomstrom. Weitere 28 Prozent des Stroms wurden aus Steinkohle gewonnen, vier Prozent aus Erdgas.

In den Laufwasserkraftwerken an Rhein und Neckar sowie den Speicherwasser- und Pumpspeicherwasserkraftwerken des Schwarzwalds und der Schwäbischen Alb wurden acht Prozent des Stroms erzeugt (2002: Gut neun Prozent). Nach Abzug des zur Füllung der Pumpspeicher benötigten Pumpstroms entstammten vier Prozent des Stroms aus den Wasserkraftwerken. Aufgrund des anhaltenden warmen und trockenen Wetters im Frühjahr und Sommer 2003 produzierten die Laufwasserkraftwerke 20 Prozent weniger Strom als im Vorjahr. Vor allem in der zweiten Jahreshälfte ging die Stromerzeugung zurück. Sie erreichte nur 63 Prozent des Vorjahresniveaus.

Die Stromerzeugung aus Windenergie spielte im Vergleich zur Wasserkraft nur eine sehr geringe Rolle, hat jedoch große Zuwachsraten erzielt. Während 1999 in den Windkraftanlagen des Landes etwa 38 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt wurden, waren es drei Jahre später mit 174 Millionen Kilowattstunden bereits fast fünf mal so viel.

Eine nicht zu unterschätzende Bedeutung zur Erzeugung von Strom käme auch der Verbrennung von Deponie- und Klärgas zu. Im letzten Jahr trugen diese beiden Energieträger mit 196 Millionen Kilowattstunden zur Stromversorgung bei. Dabei nutzen die Kläranlagen den Strom zu 90 Prozent für den Eigenverbrauch.

Elektrische Energie aus Photovoltaik-Anlagen wird in das öffentliche Netz des Landes bisher nur im geringen Umfang eingespeist. Viele private Haushalte und Unternehmen des Landes nutzen jedoch die Energie der Sonne zur Erzeugung von Strom und Wärme für ihren eigenen Verbrauch. Die dadurch im öffentlichen Versorgungsnetz eingesparten Energiemengen werden statistisch nicht erfasst.

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