Statistik

Baden-Württemberg: Pro-Kopf-Emissionen über dem Bundesdurchschnitt

Die Kohlendioxid-Emissionen der Haushalte je Einwohner in Baden-Württemberg liegen mit 1,56 Tonnen pro Person im Jahr 2002 um gut sieben Prozent über dem bundesdeutschen Durchschnitt von knapp 1,45 Tonnen pro Person. Im Vergleich zu 1990 verzeichnet das Land einen Anstieg von knapp vier Prozent.

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Stuttgart (red) - Nach Berechnungen des Statistischen Landesamtes in Baden-Württemberg betrugen die Kohlendioxid-Emissionen in Baden-Württemberg im Jahr 2002 insgesamt knapp 81 Millionen Tonnen. Gegenüber 1990 wurde bislang kein Rückgang erzielt. Vielmehr errechnet sich sogar ein Anstieg um vier Prozent.

Eine Minderung der Kohlendioxid-Emissionen wurde im Land laut Statistischem Landesamt bislang nicht erreicht, weil die Emissionen des Verkehrssektors spürbar angestiegen sind und auch die der privaten Haushalte noch immer über dem Niveau von 1990 liegen. So betrugen die Emissionen der privaten Haushalte, die vorwiegend durch Raumheizung und Warmwasserbereitung entstünden, im Jahr 2002 knapp 16,6 Millionen Tonnen und lagen damit um knapp fünf Prozent höher als 1991. Allerdings sei die Zahl der Einwohner in diesem Zeitraum um gut sieben Prozent und die Zahl der Haushalte um gut zehn Prozent gestiegen.

Im Verkehrssektor (Straßen-, Schienen-, Luftverkehr, Binnenschifffahrt und Off-Road-Verkehr) betrug der Zuwachs der Kohlendioxid-Emissionen im Zeitraum 1990 bis 2002 knapp zwölf Prozent. Demgegenüber lagen die Emissionen von Industrie und Kraftwerken 2002 auf gleichem Niveau wie 1990 und im Bereich Gewerbe, Handel und Dienstleistungen waren sie sogar leicht rückläufig.

Dadurch stieg der Anteil der privaten Haushalte an den Kohlendioxid-Emissionen - resultierend aus fossilen Brennstoffen und aus industriellen Prozessen - auf fast 21 Prozent an. Den Hauptteil der Emissionen im Land machten mit 34 Millionen Tonnen (knapp 43 Prozent) weiterhin Industrie und Kraftwerke aus. Auf den Verkehr entfielen mit 24 Millionen Tonnen immerhin knapp 30 Prozent und die restlichen sieben Prozent (5,5 Millionen Tonnen) der Emissionen würden von der Verbrauchergruppe Gewerbe, Handel und Dienstleistungen verursacht.

Wie das Landesamt weiter berichtet, gingen deutschlandweit die Kohlendioxid-Emissionen im Haushaltsbereich zwischen 1990 und 2002 bei einer Bevölkerungszunahme von knapp vier Prozent um sieben Prozent zurück. Der Höchststand der Emissionen im Haushaltsbereich wurde sowohl im Bundesdurchschnitt als auch in Baden-Württemberg im Jahr 1998 erreicht. Seither hätte in Baden-Württemberg eine Abnahme um knapp acht Prozent stattgefunden, im Bundesdurchschnitt um knapp neun Prozent. Dennoch lägen die Kohlendioxid-Emissionen der Haushalte je Einwohner in Baden-Württemberg mit 1,56 Tonnen pro Person im Jahr 2002 um gut sieben Prozent über dem bundesdeutschen Durchschnitt von knapp 1,45 Tonnen pro Person.

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