Missbrauchsverfahren

Baden-Württemberg geht gegen hohe Gaspreise vor

Die Landeskartellbehörde Baden-Württemberg hat wegen auffällig hoher Gaspreise vier neue Missbrauchsverfahren gegen Gasversorger eingeleitet. Laut Wirtschaftsminister Ernst Pfister wird damit das Anfang 2008 verschärfte Kartellrecht zum zweiten Mal im Interesse der Verbraucher eingesetzt.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Stuttgart (ddp-bwb/sm) - Um welche Unternehmen es sich handelt, gab das Ministerium nicht bekannt. Weitere Verfahren schloss Pfister nicht aus.

Die im Wirtschaftsministerium angesiedelte Energiekartellbehörde hatte bereits Anfang 2008 aufgrund eines Preisvergleichs erstmals Verfahren gegen Gasversorger im Land wegen zu hoher Preise eingeleitet. Auch damals waren vier Unternehmen betroffen. Pfister zufolge haben in allen vier Fällen nach Einleitung der Verfahren die Unternehmen preisliche Zugeständnisse gemacht. Der Minister hofft auch in den neuen Fällen auf ein Entgegenkommen der betroffenen Gasversorger, ohne das die Behörden Preissenkungen anordnen müssen.

Gaspreise bundesweit zu hoch

Pfister betonte, allein schon das Vorhandensein des neuen Instruments bewirke einiges. Er verwies auf den Energiekonzern EnBW, der erst eine Preissenkung zum 1. Januar 2009 um 0,36 Cent pro Kilowattstunde angekündigt hat.

Allgemein schätzt Pfister die Gaspreise als "bundesweit zu hoch" ein. Dass Baden-Württemberg im Ländervergleich die zweitgünstigsten Gaspreise aufweise, sei zwar "nur ein schwacher Trost", aber dennoch ein Erfolg der Landeskartellbehörde.

Verbraucher sollten Anbieter wechseln

Die Kunden rief der Minister erneut dazu auf, Sondertarife zu nutzen und falls möglich auch einen Versorgerwechsel zu prüfen. Zwar gebe es derzeit nur eine geringe Anzahl an Gasanbietern auf dem Markt. Der Wettbewerb komme aber mehr und mehr in Schwung.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Gaspreis

    Preisunterschiede auf dem Gasmarkt werden größer

    Die Preisunterschiede zwischen dem teuersten und dem günstigsten verfügbaren Gastarif werden größer. Für den Beginn der Heizperiode haben über 80 Gasanbieter angekündigt, die Preise zu senken – um durchschnittlich 7,2 Prozent.

  • Gasvergleich

    Mehrere Energiefirmen kündigen Senkung der Gaspreise an

    Die Gaspreise sollen gleich bei mehreren Stadtwerken noch vor Beginn der Heizperiode fallen. Ankündigungen gab es beispielsweise von den Stadtwerken in Kiel und Wiesbaden.

  • Energieversorung

    Wirtschaftsministerium fordert Gaspreissenkungen

    Das Bundeswirtschaftsministerium hat von den deutschen Gasversorgern angesichts des deutlich gesunkenen Ölpreises eine möglichst rasche Absenkung der Gaspreise gefordert. Der Branchenverband BDEW bekräftigt derweil seine Erwartung, dass Gas für Verbraucher im kommenden Jahr wieder billiger wird.

  • Stromnetz Ausbau

    Wirtschaftsministerium spricht mit Gasversorgern über Preise

    Das Bundeswirtschaftsministerium will am Dienstag in Berlin mit den deutschen Gasversorgungsunternehmen über die Gaspreise reden. Entsprechende Gespräche würden von dem zuständigen Staatssekretär Jochen Homann geführt, sagte eine Ministeriumssprecherin am Montag in Berlin.

  • Energieversorung

    Glos erwartet von Gaspreissenkung bis zum Jahresende

    Bundeswirtschaftsminister Glos rechnet damit, dass die Gaspreise bis zum Jahresende wieder gesenkt werden. Vor dem Hintergrund der Ölpreisbindung und den inzwischen wieder kräftig zurückgegangen Ölpreisen, sei "nach dieser Logik auch die nächste Gaspreissenkung bereits absehbar", erklärte Glos.

Top