Bad Kreuznacher Stadtwerke lassen den Strompreis purzeln

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com
Das Hauen und Stechen der Stromlieferanten um den Privatkunden ist voll entbrannt. Auch die Bad Kreuznacher Stadtwerke GmbH hat jetzt den Preishammer rausgeholt. "Zum ersten September haben wir den Strompreis für Privathaushalte und landwirtschaftliche Betriebe um bis zu zehn Prozent gesenkt", teilte Ralf Zechel, Geschäftsführer der Stadtwerke, mit.
Bei einem Stromverbrauch von 4 000 Kilowattstunden pro Jahr kostet der Strom statt bisher 26,45 Pfennig pro Kilowattstunde (inklusive Öko- und Umsatzsteuer) nur noch 23,78 Pfennig. Nicht gesenkt wurde der Grundpreis von 205,32 Mark pro Jahr inklusive Umsatzsteuer. Eine Familie mit zwei Kindern und einem durchschnittlichen Verbrauch von jährlich 4 000 Kilowattstunden hat durch diese Preissenkung rund 107 Mark mehr im Portemonnaie. Statt bisher rund 1156 Mark zahlt sie nur noch noch 1263 Mark. Zum Vergleich: Mit 1156 Mark zahlt unsere Musterfamilie bei den Kreuznacher Stadtwerken zur Zeit weniger als bei den bundesweiten Stromanbietern RWE Energie (1173 Mark) oder Bayernwerk (1199 Mark), aber mehr als zum Beispiel bei der GGEW Bergstraße AG (1132 Mark) oder Yello Strom (988 Mark).
"Mit unserer Preissenkung", so Zechel, "ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Der Verdrängunswettbewerb der Energieversorger ist fürchterlich, die Strompreise sind im freien Fall." Bereits zum Jahreswechsel sei mit der nächsten Preissenkung zu rechnen. "Dann kommen wir in einer Preiszone, in der wir drauflegen. Doch wir müssen das tun, um Kunden zu halten."
Zwar geht Zechel davon aus, daß die Kreuznacher Stadtwerke den Verdrängungswettbewerb überleben werden, doch der Preis dafür könnte hoch sein. Die Kreuznacher Stadtwerke haben bereits einen Einstellungsstop verfügt, Investitionen werden zurückgenommen, Auszubildenden werden im kommenden Jahr nicht mehr übernommen, und auch betriebsbedingte Kündigungen schließt Geschäftsführer Ralf Zechel nicht aus. Schlecht sieht es auch für die Bereiche Nahverkehr und Schwimmbäder aus. Über eine Quersubventionierung wurden bisher die Verluste der städtischen Busse und Bäder in Höhe von rund fünf Millionen Mark durch Gewinne aus dem Stromverkauf aufgefangen. "Da uns die Preissenkung rund 2,3 Millionen Mark pro Jahr kostet, werden wir die Verluste im Bereich Schwimmbäder und ÖPNV künftig nicht mehr ausgleichen können", so Zechel.
Von Kai Brückner, WOCHENSPIEGEL Bad Kreuznach
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