Pilotvorhaben

Baaske: Stromleitungen in Uckermark als Erdkabel verlegen

Die geplante Hochspannungsleitung durch den Nordosten Brandenburgs sollte nach Ansicht von SPD-Fraktionschef Günter Baaske zumindest teilweise unterirdisch verlaufen. Zwischen Neuenhagen (Märkisch-Oderland), Eberswalde (Barnim) und Bertikow (Uckermark) müsse die Leitung als Erdkabel verlegt werden.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Potsdam (ddp-lbg/sm) - Das Vorhaben solle in die Liste der Pilotvorhaben für Erdkabel im Energieleitungsausbaugesetz des Bundes aufgenommen werden. Das Gesetz werde nächste Woche im Bundestag behandelt. Er habe die märkischen SPD-Bundestagsabgeordneten in einem Brief aufgefordert, sich für die Erdverkabelung im Nordosten des Landes starkzumachen.

Neue Leitungen verursachen Konflikte

Laut Baaske ist unter anderem aufgrund des Ausbaus der erneuerbaren Energien und des grenzüberschreitenden Stromhandels der Bau neuer Höchstspannungsleitungen nötig. Allerdings entstünden bei der Planung neuer Trassen erhebliche Konflikte. Diese könnten durch die Verlegung von Erdkabeln gelöst werden. Bisher gebe es aber keine Rechtsgrundlage für den Bau der geplanten 380-Kilovolt-Stromtrasse als Erdkabel. Deshalb sei das neue Gesetz notwendig.

Nach Ansicht von Baaske wäre die geplante Leitung sehr gut als Pilotprojekt geeignet. Der Abstand der Trasse zu Siedlungen werde teilweise weniger als 400 Meter betragen. Einige Abschnitte führten durch hoch sensible Naturschutzräume im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. Das seien ähnlich relevante Kriterien wie bei vier bereits als Pilotvorhaben vorgesehenen Projekten in Niedersachsen und Thüringen.

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