Erdbeeren und Kartoffeln

Baaske: Landeskartellamt soll Gaspreise prüfen

Ein schnelles Eingreifen des Kartellamtes fordert der Fraktionschef der SPD im Brandenburger Landtag, Günter Baaske. Höhere Preise mit dem gestiegenen Ölpreis zu begründen, sei in der Vergangenheit üblich gewesen, heute aber nicht mehr nachvollziehbar. Da könne man auch den Erdbeer- mit dem Kartoffelpreis koppeln.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Potsdam (ddp-lbg/sm) - SPD-Fraktionschef im Brandenburger Landtag, Günter Baaske fordert eine Überprüfung der Gaspreiserhöhungen durch das Landeskartellamt. Die für Anfang 2005 von Gasversorgern angekündigten Preissteigerungen um fünf bis nahezu zwölf Prozent seien nur gerechtfertigt, wenn es tatsächlich entsprechende Kostenerhöhungen für die Firmen gibt, sagte Baaske am Freitag. Er erachte daher ein schnelles Eingreifen des Kartellamtes für notwendig. Die Behörde sollte im Interesse der Menschen frühzeitig handeln.

"Die Gasversorger müssen belegen, dass die Preiserhöhungen betriebswirtschaftlich gerechtfertigt sind", sagte Baaske. Höhere Preise mit dem gestiegenen Ölpreis zu begründen, sei in der Vergangenheit üblich gewesen, heute aber nicht mehr nachvollziehbar. "Da könnte man auch den Erdbeerpreis mit dem Kartoffelpreis koppeln", sagte er. Insgesamt gebe es in Deutschland 700 Gasversorger. Das Bundeskartellamt sei aber nur für rund 35 Firmen zuständig, die Ländergrenzen überschreiten. Alle anderen Versorger lägen im Verantwortungsbereich der Landesämter.

Ein Sprecher des Brandenburger Wirtschaftsministeriums betonte, dass das Kartellamt und die Energieaufsicht des Landes bei der Überprüfung der Gaspreiserhöhungen bereits tätig seien. Auf Grundlage der Vorlieferantenpreise werde bei den kommunalen Gasversorgern geprüft, ob ein Preismissbrauch vorliege. Die Überprüfung der Ferngasversorger, die die Vorlieferantenpreise anhand des Ölpreises festlegten, sei alleinige Sache des Bundeskartellamtes.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Heizkörper

    Analyse: Deutlich niedrigere Heizkosten für Öl-Heizer

    Die Heizkosten dürften für Nutzer einer Ölheizung für die vergangenen Heizperiode besonders niedrig ausfallen. Hintergrund sind die anhaltend niedrigen Ölpreise. Aber auch für Gas-Heizer gibt es positive Nachrichten.

  • Gaspreis

    Gaspreise trotz Ukraine-Krise stabil

    Die Gasversorgung in Deutschland läuft trotz der Ukraine-Krise ungestört. Ähnlich wie die Ölpreise zeigen sich auch die Gaspreise von den aktuellen Konflikten weitgehend unbeeindruckt. Es gibt keine Anzeichen für steigende Verbraucherpreise, wie Verivox anhand seines jährliches Gaspreis-Indexes ermittelt hat.

  • Stromnetz Ausbau

    natGas: Gaspreiserhöhungen nicht notwendig

    Detlef Weidemann, Vertriebsvorstand der natGAS AG aus Potsdam, hat den Verweis auf Ölpreisbindung als "billige Ausrede" der etablierten Gasversorger für Preiserhöhungen bezeichnet. Obwohl er eine Ölpreisbindung nicht generell ablehnt, sei sie eine Verhandlungssache zwischen Produzenten und Importeuren.

  • Stromtarife

    VEA erwartet 2005 neue Gashöchstpreise

    In seinem aktuellen Erdgaspreisvergleich hat der Bundesverband der Energie-Abnehmer (VEA) auch nach wie vor Preisunterschiede von nahezu 30 Prozent zwischen den einzelnen Versorgern festgestellt. Der lange Zeit günstigste Anbieter, die EWE Oldenburg, wurde von den Stadtwerken Bielefeld abgelöst.

  • Stromtarife

    Wingas bestreitet Erhöhung um 15 Prozent / Verband: Anpassung notwendig

    Während die BASF-Tochter Wingas heute auf Anfrage Gaspreiserhöhungen um mindestens 15 Prozent dementierte, verteidigte der Bundsverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft (BGW) grundsätzlich die Preiserhöhungen. Die Ölpreisbindung sei immerhin keine Einbahnstraße nach oben.

Top