Alternative

B.KWK unterstützt Greenpeace-Konzept

Der Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung (B.KWK) unterstützt das heute von Greenpeace vorgelegte Konzept einer Alternative zur Errichtung des RWE-Braunkohlekraftwerks Neurath. Dieses Konzept sieht eine Kombination aus dem Einsatz Erneuerbarer Energien und der Erdgastechnik vor.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Berlin (red) - Wie bereits vorab berichtet, schlägt die Umweltorganisation in ihrer Studie vor, die geplante 2000 MW-Anlage durch eine Kombination aus Anlagen mit hocheffizienter Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), Strom aus erneuerbaren Energien, Energieeinsparcontracting in der Industrie und einem Erdgas-Regelenergiekraftwerk zu ersetzen. Laut einer von einem Aachener Ingenieurbüro erarbeiteten Studie könnten damit bis zu 93 Prozent des Ausstoßes von klimaschädlichen Kohlendioxid-Abgasen verhindert werden. Und: Obwohl auch bei dem von der Umweltorganisation befürworteten Alternativkonzept rund ein Drittel des Stroms mit Gas erzeugt werde, sei die Kohlendioxid-Bilanz deutlich besser als bei dem Braunkohlenkraftwerk, hieß es.

Die in den letzten Jahren drastisch zugenommenen Unwetterkatastrophen sollten, so B.KWK-Präsident Johannes van Bergen, als Mahnung verstanden werden, die bestehenden Möglichkeiten zur Minderung der Kohlendioxid-Emissionen konsequent zu nutzen. "Mit halben Sachen, wie dem Ersatz alter Braunkohlekraftwerke durch neue dürfen wir uns nicht mehr zufrieden geben".

Die Greenpeacestudie weise detailliert nach, dass bei konsequenter Ausschöpfung der bereits heute verfügbaren technischen Möglichkeiten die Emissionen im Vergleich zu der geplanten RWE-Anlage ohne wirtschaftliche Nachteile um mehr als 93 Prozent gesenkt und gleichzeitig erheblich mehr Arbeitsplätze geschaffen werden könnten, so van Bergen weiter. Das Gutachten unterstreiche an einem konkreten Beispiel das bereits 2003 in einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Luft- und Raumfahrt und des Wuppertal Instituts vorgelegte Nachhaltigkeits-Szenario, wonach die in den nächsten Jahrzehnten altersbedingt vom Netz gehenden Kraftwerke fast vollständig durch Strom aus KWK und regenerativen Energien ersetzt werden könnten.

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