Kongress

B.KWK kritisiert mangelnde Unterstützung

Ohne eine umgehende Nachbesserung des Kraft-Wärme-Kopplungegesetzes wird Deutschland sein Klimaschutzziel im Rahmen der Kyotoverpflichtungen deutlich verfehlen. Das machte der Präsident des Bundesverbandes Kraft-Wärme-Kopplung (B.KWK), Johannes van Bergen, kürzlich erneut auf einem Kongress deutlich.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Nach den inzwischen feststehenden Entscheidungen der Unternehmen wird das KWK-Gesetz nur vier bis fünf Millionen Tonnen an jährlicher Kohlendioxid-Einsparung durch Investitionsmaßnahmen in KWK-Anlagen auslösen und damit das Minimalziel des Gesetzes von zehn Millionen Tonnen um mehr als die Hälfte verfehlen. Dabei bräuchte die KWK nach Meinung van Bergens eigentlich überhaupt keine staatliche Unterstützung, um sich am Markt zu behaupten. Sie brauche sie nur deshalb, weil die Preissignale auf dem Strommarkt durch überkommene Privilegien für Strom aus Großkraftwerken, die mit Kernkraft und Kohle betrieben werden, verfälscht seien, und weil die Netzkostenvorteile der KWK infolge der derzeit noch geltenden unsachgemäßen Netzzugangsregelungen nicht voll zur Geltung kämen. Zudem werde insbesondere im Bereich kleiner KWK-Anlagen das Gesetz unverändert durch einseitig gesenkte Einspeisevergütungen vieler Stromnetzbetreiber unterlaufen.

Auf einer Podiumsdiskussion unter dem Thema "Wer braucht eigentlich wen, die KWK die Politik oder umgekehrt?" wurde die klimapolitische Notwendigkeit eines KWK-Ausbaus von keinem der Diskussionsteilnehmer aus Politik und Wirtschaft in Abrede gestellt. Die beiden energiepolitischen Sprecher der Regierungsfraktionen, Rolf Hempelmann (SPD) und Michaele Hustedt (B90/Grüne), erklärten ihre Unterstützung des B.KWK-Vorschlages, umgehend eine verbindliche Regelung der Einspeisevergütung für Klein-KWK-Anlagen bis zwei Megawatt vorzunehmen. Hustedt sprach sich konkret dafür aus, eine entsprechende Vorschrift im Rahmen eines Artikelgesetzes zusammen mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz zu beschließen.

Das könnte Sie auch interessieren
  • erneuerbare Energien

    Experten warnen bei Offshore-Windkraft vor dem Preissturz

    Experten zufolge wird Offshore-Windenergie bald deutlich günstiger. Der Ausbau neuer Anlagen sollte deshalb wieder beschleunigt werden. Der frühere Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel hatte den Ausbau wegen hoher Kosten gebremst.

  • Strompreis

    KWK-Anlagen finden immer weniger Zuspruch

    Mit KWK-Anlagen kann klimafreundlich Strom und Wärme erzeugt werden. Zuletzt nahm das Interesse an großen und kleinen Anlagen aber dem Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung zufolge ab. Ob das an den vielen Regelanpassungen bei der Förderung liegt?

  • Energieversorung

    Clement erläutert seine Energiepolitik

    Rede des Bundesministers für Wirtschaft und Arbeit, Wolfgang Clement, zur Eröffnung der Energiekonferenz von Bündnis 90/Die Grünen am 27. September 2003 in Berlin.

  • Hochspannungsmasten

    Hintergrundinformationen zum VDE: Ist die Stromversorgung in Deutschland gesichert?

    Wie sicher ist die Stromversorgung in Deutschland? Diese Frage wird nach dem Zusammenbruch des Stromnetzes in Nordamerika sowie dem jüngsten Stromausfall in Italien immer häufiger gestellt. Sie wird allerdings nicht immer so differenziert beantwortet, wie es aus Sicht des Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. (VDE) nötig wäre.

  • Hochspannungsleitung

    Baden-Württemberg will Rücknahme des Atom-Ausstiegs

    Der baden-württembergische Ministerpräsident Erwin Teufel, sein Wirtschaftsminister Walter Döring und sein Umwelt-und Verkehrsminister Ulrich Müller haben sich gestern nach der Ministerratssitzung in Stuttgart für eine Rücknahme des Ausstiegs aus der Kernenergie ausgesprochen. Für die zukünftige Energieversorgung sei der richtige Energiemix entscheidend.

Top