Avacon übernimmt Stadtwerke Celle

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com
Jetzt ist passiert, was Experten schon seit der Liberalisierung des Strommarktes befürchten: die Großen fressen die Kleinen. Heute gab die Helmstedter Avacon AG die Übernahme der Stadtwerke Celle bekannt. In einer Presseerklärung dazu heißt es: "Voraussichtlich mit Beginn des kommenden Jahres überträgt die Stadt Celle die Geschäftszweige der Stadtwerke Celle im Strom- und Gasbereich sowie die Betriebsführung für das Wasserversorgungsnetz an die Avacon AG, Helmstedt." Um den Beschluss rechtskräftig zu machen, fehlen allerdings noch die Zustimmung des Rates der Stadt Celle, des Bundeskartellamtes und der Aufsichtsgremien von Avacon.


Auch die weitere Vorgehensweise steht schon fest: "Das bisherige Gebäude der Stadtwerke in der Fuhestrasse wird Avacon als Standtort für die Aktivitäten in Celle weiter nutzen. Auch die Belegschaft der Stadtwerke soll künftig fast vollzählig für Avacon tätig werden. Derzeit arbeiten rund 180 Mitarbeiter bei den Stadtwerken."


Der Celler Oberstadtdirektor Martin Biermann versucht den bitteren Beigeschmack wegzureden: "Wir haben mit Avacon vereinbart, dass niemandem aus diesem Übergang Nachteile entstehen. Durch den Einstieg von Avacon wird vielmehr die langfristige Sicherheit der Arbeitsplätze deutlich erhöht. Ein Großunternehmen wir Avacon hat eben ganz andere Möglichkeiten, auf die raschen Veränderungen im deutschen Energiemarkt zu reagieren, als ein kleines Stadtwerk." Um ihr Mitspracherecht nicht zu verlieren wird die Stadt Celle eine Beteiligung an der Avacon AG in Form von Aktien erhalten. Dr. Johannes Teyssen, Vorstandsvorsitzender der Avacon: "Durch die Vereinbarungen mit der Stadt Celle wird die Seite der kommunalen Anteilseigner an Avacon weiter gestärkt. Das passt sehr gut zu unserer Strategie, die sich insbesondere durch die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Kommunen auszeichnet."


Über die genauen Gründe der Übernahme gibt es in der Pressemitteilung keine genauen Informationen. Der Niedersachsener Energiedienstleister Avacon entstand Ende August dieses Jahres aus der Fusion der fünf traditionsreichen Energieunternehmen: EVM (Magdeburg), FSG (Salzgitter), Hastra (Hannover), Landesgas (Sarstedt) und ÜZH (Helmstedt). Zu 55% gehört das Unternehmen zum zweitgrößten Stromkonzern Deutschland, der PreussenElektra. Bleibt abzuwarten, ob das Beispiel Schule machen wird. Teyssen jedenfalls ist begeistert: "Der neue regionale Schwerpunkt Celle bringt uns einen ganz wesentlichen Schritt voran auf diesem Weg. Mit der fairen Integration neuer Mitarbeiter und Partner haben wir nicht zuletzt durch unsere Fünfer-Fusion umfangreiche Erfahrungen gesammelt. Auf diese Fairness und die Leistungskraft von Avacon können sich jetzt auch die neuen Mitarbeiter und Kunden in Celle voll verlassen."


Annika Krisp

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