Einstieg größer als geplant

Australische Investmentbank greift nach deutschen Stromnetzen

Die australische Investmentbank Macquarie will offenbar in weit größerem Stil in den deutschen Strommarkt einsteigen als bisher bekannt. "Wir könnten uns vorstellen, alle Netze zu kaufen", sagte Martin Stanley, Leiter des europäischen Infrastrukturfonds von Macquarie, der "Süddeutschen Zeitung".

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

München (AFP/sm) - Von den vier Netzbetreibern in Deutschland - E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW - hat bislang nur Vattenfall einen Verkauf eingeleitet. Auch E.ON hat angekündigt, sich von seinem Netz zu trennen. In der Diskussion ist auch die Gründung einer Deutschen Netz AG, in der alle deutschen Fernnetze gebündelt werden könnten.

"Es wäre sinnvoll, ein integriertes Netz zu haben", sagte Stanley der Zeitung. Das lasse sich erreichen, indem man die Netze in einer Firma bündle oder aber die Netze koordiniere. "Wir würden gerne kooperieren, wenn wir die Möglichkeit bekämen, ein Netz zu kaufen", sagte Stanley. Man habe aber auch Interesse, in eine vereinte deutsche Netzwerkgesellschaft zu investieren.

In Finanzkreisen heißt es, Macquarie habe für Vattenfall ein unverbindliches Gebot eingereicht. Auch ein Konsortium aus der Deutschen Bank, der Allianz und der US-Investmentbank Goldman Sachs soll zu den Bietern gehören.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Atomenergie

    Medien: Kommission schlägt Atom-Entsorgungs-Pakt vor

    Bis 2022 soll auch der letzte Atommeiler ausgeschaltet werden. Wo die verstrahlten Überreste der Anlagen verbleiben sollen und wer für die Entsorgung aufkommen soll, steht hingegen noch nicht fest. Ein neuer Vorschlag der Atom-Kommission sieht einen Finanzpakt zwischen den Konzernen und dem Staat vor.

  • Geld sparen

    Strompreise 2016: Müssen Verbraucher mit Teuerungen rechnen?

    Die Strompreise werden wohl zum Jahreswechsel wieder für viele Verbraucher steigen. Das liegt an der steigenden EEG-Umlage und den höheren Netzkosten. Eine noch größere Rolle spielt aber, in wie weit die Stromanbieter die Preissteigerung weitergeben, schließlich ist der Strom an der Börse so billig wie nie.

  • Strompreise

    Größte deutsche Stromnetzbetreiber wollen kooperieren

    Die Strompreise für Verbraucher könnten durch eine Kooperation der drei größten deutschen Stromnetzbetreiber E.ON, Vattenfall und EnBW sinken. Durch eine gemeinsame Regelung der Netze ab Ende Dezember ergäben sich jährliche Einsparungen in hoher zweistelliger Millionenhöhe, hieß es.

  • Hochspannungsmasten

    Wirtschaftsministerium ernennt Moderator für Netzgesellschaft

    Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) hat einen Moderator ernannt, der Möglichkeiten für die Schaffung eines einheitlichen Stromnetzes in Deutschland ausloten soll. Der Aufsichtsratsvorsitzende von Infineon, Max Dietrich Kley, habe sich bereit erklärt, diese Aufgabe ehrenamtlich zu übernehmen, erklärte das Ministerium.

  • Strom sparen

    Gabriel warnt in Atomstreit vor Verletzung des Koalitionsvertrages

    Im Streit um den Atomausstieg werden die Töne in der großen Koalition schärfer. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) warnte am Freitag in Berlin das Bundeswirtschaftsministerium vor einer Verletzung des schwarz-roten Koalitionsvertrages.

Top