Gegen Energieknappheit

Ausschuss: Kernfusion zur Energiegewinnung weiter erforschen

Der Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung hat sich dafür ausgesprochen, die Energiegewinnung durch Kernfusion weiter zu erforschen. Die Fusionsbrennstoffe seien weltweit in großen Mengen vorhanden. Somit sei Kernfusion durch die universelle Verfügbarkeit und als praktisch unerschöpfliche Quelle geeignet, soziale Konflikte zu vermeiden.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Eine Absicherung gegenüber Energieknappheit und eine Begrenzung der Klimaveränderung sprechen dafür, die Kernfusion zur Energiegewinnung zu nutzen. Dies geht aus dem Bericht des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung (Bundestagsdrucksache 14/8959) hervor, der auf einer wissenschaftlichen Studie des Büros für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) basiert.

Bei der Energiegewinnung durch Kernfusion entstehen keine klimaschädigenden Treibhausgase, heißt es darin weiter. Abgesehen davon, dass Klimaschutzaspekte langfristig einen Ausstieg aus der Nutzung fossiler Energieträger erfordern, komme Kernfusion insbesondere für eine Zeit in Betracht, in der Reserven und Ressourcen fossiler Energieträger weitgehend erschöpft sein werden. Die heute bevorzugten Fusionsbrennstoffe seien weltweit in großen Mengen vorhanden und könnten zum Teil durch Elektrolyse aus Meerwasser gewonnen werden. Somit sei Kernfusion durch die universelle Verfügbarkeit und als praktisch unerschöpfliche Quelle geeignet, soziale Konflikte um Ressourcen zu vermeiden. Auf der anderen Seite, so wird in dem Bericht betont, erzeugen die Reaktoren radioaktive Abfälle. Der Brennstoff Tritium ist sehr mobil und daher im Fall einer Freisetzung schwer beherrschbar. Art und Wahrscheinlichkeit von Unfällen seien jedoch umstritten.

Nach Angaben der Wissenschaftler wurden in Deutschland in den letzten Jahren etwa 130 Millionen Euro jährlich aus Bundesmitteln in die Fusionsforschung investiert. Bis zur möglichen Realisierung einer Stromerzeugung müssten Forschung und Entwicklung noch über 50 Jahre mit insgesamt etwa 60 bis 80 Milliarden Euro gefördert werden, davon mit 20 bis 30 Milliarden Euro innerhalb der EU. Eine Bewertung der Wirtschaftlichkeit sei, so heißt es in dem Bericht, höchst spekulativ. Es werde allerdings selbst bei Befürwortern der Kernfusion davon ausgegangen, dass die Stromgestehungskosten aus heutiger Sicht eher höher als bei konkurrierenden Technologien liegen werden. Bei Anhalten des gegenwärtigen Trends zur Liberalisierung der Energiemärkte würde die hohe Kapitalintensität einen gewichtigen Nachteil darstellen. In dem Bericht werden verschiedene Handlungsoptionen unterbreitet, wie Forschung zukünftig gestaltet werden könnte. So spricht sich das TAB für eine kontinuierliche Fortsetzung der Forschung und für ein breiter angelegtes Verständnis der wissenschaftlichen Grundlagen aus.

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