Tagung

Auslaufbergbau im Zentrum des Steinkohletages

In Essen treffen sich heute Vertreter von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zum Deutschen Steinkohletag. Die alle zwei Jahre vom Gesamtverband des Deutschen Steinkohlebergbaus (GVSt) organisierte Branchentagung steht diesmal unter dem Motto "Zukunft braucht Kohle".

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Essen (ddp/sm) - Gastredner ist der scheidende Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD). Im Zentrum der Tagung steht der von der neuen NRW-Landesregierung angestrebte Ausstieg aus dem subventionierten Steinkohlebergbau.

Die Vertreter der Steinkohle warnen davor, den Abbau von Subventionen mit Sicherheitslücken in der Energieversorgung zu erkaufen. Sie verweisen auf die wachsende Bedeutung heimischer Energiequellen angesichts immer unkalkulierbarer werdender Risiken auf den internationalen Energiemärkten. Steinkohle sei noch für viele Generationen in Deutschland verfügbar, wenn der Zugriff auf die Lagerstätten erhalten bleibe. Laut GVSt haben die Steinkohlebeihilfen im Bundes- und Landeshaushalt lediglich einen Anteil von einem Prozent.

Die designierte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) war zuletzt für einen sozialverträglichen Abbau der Kohlesubventionen in NRW eingetreten. Die NRW-Landesregierung unter Führung von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) hatte angekündigt, die Steinkohlensubventionen auslaufen zu lassen. Bis 2010 sollen zunächst die Beihilfen von derzeit rund 500 Millionen auf etwa 250 Millionen Euro pro Jahr gesenkt werden. Die neun verbliebenen Zechen förderten im Vorjahr 25,7 Millionen Tonnen Steinkohle.

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