Preissteigerungen

Ausgaben für Medikamente in Deutschland gestiegen

Die Preise für Medikamente sind in Deutschland nicht nur höher als in anderen europäischen Ländern, die Ausgaben für die Medikamente sind auch wieder gestiegen.

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Die Preise für Medikamente sind in Deutschland nicht nur höher als in anderen europäischen Ländern, die Ausgaben für die Medikamente sind auch wieder gestiegen. Der aktuelle Arzneiverordnungsreport (AVR) zeigt: Bei den Medikamenten in Deutschland könnten Milliardenbeträge eingespart werden.

Unterschiede je nach Präparat

2013 kosteten Arzneimittel die Krankenkassen eine Rekordsumme von 31,1 Milliarden Euro, 819 Millionen Rezepte wurden ausgestellt, berichtet die Welt. Die hohen Ausgaben lassen sich demnach zum einen auf die Masse an Verschreibungen zurückführen. Zum anderen wurden aber auch vermehrt die teuren Arzneimittel und größere Verpackungen verschrieben. Der durchschnittliche Wert einer Verordnung habe somit bei 48,89 Euro gelegen. Patienten würden noch immer zu viele "Scheininnovationen" und "umstrittene Pillen" verkauft, so der Bericht der "Welt".

Einsparpotenzial bei knapp fünf Millionen

Der AVR untersuchte in diesem Jahr im Besonderen die Einsparmöglichkeiten auf dem Markt. Knapp fünf Milliarden hätten demnach eingespart werden können. Zentral dabei sollen die eher teuren Originalpräparate sein. Das sind die Medikamente, die unter Patentschutz stehen. Die Hälfte der Arzneimittelausgaben sei auf sie zurückzuführen, obwohl sie nur neun Prozent der Verschreibungen ausmachten. Die überteuerte Preise könne man wiederum auf eine Gesetzeslücke zurückzuführen. Seit drei Jahren sieht eine Regelung vor, dass neue Medikamente einen Zusatznutzen aufweisen müssen, im Anschluss wird der Preis mit dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen ausgehandelt. AOK-Vorstand Uwe Deh bemängelte, dass die Preise im ersten Jahr von den Unternehmen frei festgesetzt werden: "Gerade müssen wir tatenlos zusehen, wie einzelne Unternehmen diese Lücke als Schlupfloch missbrauchen. Wer den Preis für ein neues Arzneimittel extrem hoch ansetzt und damit im ersten Jahr sehr hohe Umsätze erwirtschaftet, hebelt das Gesetz auf elegante Weise aus."

Bestandsmarkt nicht geprüft

Gelobt wurden von den Autoren die Erstattungsbeträge, die sich durch das neue Arzneimittelgesetz "Amnog" ergeben hätten. Dadurch seien zumindest die Preise für neue Medikamente nicht mehr höher als in anderen Ländern. Allerdings stünden die 150 Millionen Euro an Erstattungsbeiträgen im Jahr 2013 den ursprünglich geplanten zwei Milliarden Euro gegenüber. Autoren des Reports üben außerdem Kritik daran, dass die geplante Prüfung der bestehenden Medikamente nicht durchgeführt wurde, weil gerade dort die Preise höher seien als etwa in Frankreich.

Kostenschub bei den Krankenkassen

Weil die Ausgaben für Medikamente bereits im ersten Halbjahr um 9,1 Prozent gestiegen seien, müsse mit einem Kostenschub für die Krankenkassen von rund einer Milliarde Euro gerechnet werden. Die Kosten stünden ebenfalls im Zusammenhang mit den patentgeschützten Medikamenten, da der gesetzliche Rabatt für die Krankenkassen zu Beginn des Jahres gesenkt worden sei.

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