Preissteigerungen

Aus für Roaming-Gebühren in der Kritik

Die Senkung und perspektivisch die Abschaffung der Roaming-Gebühren steht schon länger auf der Agenda der EU-Kommission.

Smartphone-Tarife© Michael Rogner / Fotolia.com

Die Senkung und perspektivisch die Abschaffung der Roaming-Gebühren steht schon länger auf der Agenda der EU-Kommission. Nachdem in den vergangenen Jahren die Maximal-Gebühren stetig nach unten geschraubt wurden, soll nach den Plänen von EU-Kommissarin Neelie Kroes ab 2016 das Telefonieren im Ausland nicht mehr teurer sein als zu Hause. Verbraucher freuen sich über die Möglichkeit, schon jetzt Familie und Freunde aus dem Urlaub vergleichsweise günstig zu erreichen. Die Telekom-Branche sieht die Entwicklung jedoch nicht so positiv.

Machen sinkende Roaming-Gebühren die Inlands-Telefonie teurer?

So warnt der Verband Bitkom, dass mit der weiteren Regulierung der Preise dem Verbraucher nicht wirklich ein guter Dienst erwiesen werde. Die Senkung der Roaming-Kosten käme vor allem Geschäftsleuten zugute, die sich viel im Ausland aufhielten und dort ihr Handy nutzen müssten. Die Telefonanbieter wiederum würden das Geld, das ihnen entgeht, auf anderem Wege wieder einfahren müssen, sprich: Anrufe innerhalb Deutschlands könnten wieder teurer werden, ebenso das mobile Internet. Laut Bitkom könnten auch die Subventionen beim Kauf eines Handys inklusive Tarif niedriger ausfallen. Gerade Handykunden mit einem geringen Einkommen würden dann darunter leiden, dass sie ihr Telefon innerhalb Deutschlands nicht mehr so günstig nutzen könnten.

Die Mobilfunkunternehmen müssten viel investieren, um die Auflagen der EU zu erfüllen. Wenn dann auch noch die Einkünfte aus den Roaming-Abkommen wegfallen, fehle auch Geld, das benötigt werde, um den nötigen Netzausbau zu stemmen. Bitkom-Präsident Rohleder kritisiert deshalb die fehlende Nachhaltigkeit der EU-Pläne.

So hoch sind die Roaming-Gebühren derzeit

Seit Juli 2013 gelten innerhalb der EU folgende Maximalgrenzen (jeder Anbieter muss diese in zumindest einem seiner Tarife umsetzen): Abgehende Anrufe kosten maximal 24 Cent pro Minute, ankommende maximal sieben Cent. Eine SMS darf höchstens acht Cent kosten und ein Megabyte Daten 45 Cent - alle Angaben jeweils zuzüglich der Mehrwertsteuer. Ab 2014 sollen diese Gebühren weiter sinken, auf 19 Cent pro Minute für abgehende und fünf Cent pro Minute für ankommende Anrufe. Für SMS gilt dann ein Höchstpreis von sechs Cent und für ein MB werden noch maximal 20 Cent fällig.

Ausführliche Infos zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
  • Smartphone Chat

    Roaming-Aus könnte Handytarife verteuern

    Das geplante Roaming-Aus könnte dazu führen, dass Handytarife allgemein teurer werden, befürchten Verbraucherschützer. Die Mobilfunk-Unternehmen könnten die Kosten für die Netznutzung auf alle Kunden umlegen.

  • Mann mit Handy

    Gratis-Roaming: Neuer Vorschlag aus Brüssel

    Kostenfreies Roaming im EU-Ausland soll ab Mitte 2017 grundsätzlich ohne Zeitlimit möglich sein. Darauf hat sich die EU-Kommission verständigt, nachdem ihr erster Vorschlag auf viel Kritik gestoßen war. Danach hätte es eine 90-Tage-Grenze gegeben.

  • Roaming

    EU stellt Gesetzespaket "Vernetzter Kontinent" vor

    Die EU-Kommission hat mit dem Gesetzespaket "Vernetzter Kontinent" den Roaming-Gebühren den Kampf angesagt. Man setzt allerdings darauf, dass die Anbieter aufgrund ungünstiger Bedingungen freiwillig auf die Aufschläge verzichten.

  • Smartphone

    Günstig telefonieren mit unseren aktuellen Tariftipps

    Wir haben für den September wieder einige Handy-Tarifangebote herausgesucht, mit denen man besonders günstig telefonieren kann oder wo Neukunden von besonderen Konditionen profitieren.

  • Roaming

    EU-Kommission bekräftigt Roaming-Pläne

    Die EU-Kommission hat die Pläne zur Abschaffung der EU-Roaming-Kosten bekräftigt. Die Preise sollen zunächst weiter sinken, perspektivisch möchte man keine Aufschläge mehr auf Handytelefonate im Ausland.

Top