Ökodesign-Verordnungen

Aus für die klassische Glühbirne besiegelt

Das Aus für die klassische Glühbirne ist auf EU-Ebene besiegelt. Die Europäische Kommission nahm zwei entsprechende Verordnungen förmlich an, wie die Behörde am Mittwoch in Brüssel mitteilte. Haushalte könnten durch den geringeren Stromverbrauch pro Jahr im Schnitt bis zu 50 Euro sparen, erklärte die Kommission.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Brüssel (afp/red) - Demnach sollen die klassischen Glühbirnen bis 2012 vollständig durch energieeffizientere Modelle ersetzt werden, Halogenlampen sollen noch bis mindestens 2016 erlaubt sein.

Insgesamt rechnet die Behörde damit, dass Europas Verbraucher und die Wirtschaft dank energiesparender Beleuchtung bis 2020 knapp 80 Milliarden Kilowattstunden Strom einsparen werden. Das entspreche dem Stromverbrauch Belgiens oder von 23 Millionen europäischen Haushalten. Ein europäischer Durchschnittshaushalt, der seine Beleuchtung auf Kompakt-Leuchtstofflampen umstelle, könne je nach Anzahl der ersetzten Lampen jährlich 25 bis 50 Euro sparen, wobei die höheren Anschaffungskosten der neuen Lampen schon eingerechnet seien.

Die Verordnungen zur Beleuchtung von Haushalten sowie von Büros, Betrieben und Straßen verbieten die herkömmlichen Glühlampen nicht direkt, legen aber Mindestanforderungen für Energieeffizienz fest. Diese erfüllen klassische Glühlampen nicht. Die 1879 von Thomas Edison auf den Markt gebrachte Glühbirne gilt als Energieschleuder, da sie nur fünf Prozent des Stroms in Licht umsetzt und der Rest als Wärme verpufft. Neue Kompaktleuchstofflampen verbrauchen nach Kommissionsangaben bis zu 75 Prozent weniger Energie. Sie sollen ab September zunächst die 100-Watt-Glühlampen und bis 2012 auch schwächere Glühlampen ablösen.

Halogenglühlampen sollen nach den derzeitigen Plänen zumindest bis 2016 erlaubt bleiben. Effiziente Modelle sparen laut Kommissionsangaben gegenüber herkömmlichen Glühlampen 25 bis 50 Prozent Energie und seien ihnen in Hinsicht auf die Lichtqualität "absolut gleichwertig". Unter anderem die andere Lichtqualität von Energiesparlampen hatte Kritik an den EU-Plänen hervorgerufen. Befürchtungen wegen gesundheitlicher Risiken von Energiesparlampen wies die Kommission am Mittwoch zurück. Es sei wissenschaftlich widerlegt, dass die Lampen medizinisch bedenklich seien oder durch elektromagnetische Felder Schäden anrichten könnten, sagte ein Sprecher.

Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten die Kommission 2007 zu Vorschlägen für mehr Energieeffizienz bei der Beleuchtung aufgefordert. Sie wollen dadurch zur EU-Klimaschutzpolitik beitragen, die unter anderem bis 2020 einen gegenüber 1990 um 20 Prozent verminderten Treibhausgasausstoß anpeilt. Vertreter der Mitgliedstaaten und das Europäische Parlament stimmten den Kommissionsvorschlägen bereits zu.

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