Aus der neuen Wasserstofftechnologie: Der Elektrolyseur

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com
Der Elektrolyseur liefert den Grundbaustein für saubere und umweltfreundliche Antriebsenergie eines Brennstoffzellen-Busprojektes. Äußerlich ist er ein ganz unscheinbarer Typ, aber in seinem Inneren könnte die Energieversorgung der Zukunft ihren Ursprung haben, schadstofffrei, unendlich und kraftvoll.


Was sich anhört wie die neue Ausgabe eines Supermann-Comics ist in Wirklichkeit ein simpler elektrochemischer Vorgang zur Herstellung von Wasserstoff. Im Elektrolyseur wird unter Energiezufuhr, z.B. mit Strom aus Sonne, Wasser in seine Bestandteile Wasserstoff (H2) und Sauerstoff (O) gespalten. Während der Sauerstoff an die Umgebung abgegeben wird, ist der gasförmige Wasserstoff der Energielieferant für die Brennstoffzelle, die über einen Elektromotor die Antriebsenergie für Fahrzeuge liefert. Großer Vorteil dieser Antriebsart ist, dass keine Abgase produziert werden. Aus dem Auspuff kommt reiner Wasserdampf, absolut schadstofffrei. "Unser Kerngeschäft ist die Energieerzeugung und -versorgung. Seit 1989 setzen wir uns verstärkt auch für den Einsatz und die Weiterentwicklung von regenerativen Energien ein. An verschiedenen Projekten in der Bundesrepublik haben wir erfolgreich mitgearbeitet und somit über mehrere Jahre mit innovativen Energiesystemen und -trägern umfangreiche Erfahrungen gesammelt", erläutert der Vorstand der Hamburgischen Electricitäts Werke (HEW), Dr. Hans-Joachim Reh die Aktivitäten seines Energieunternehmens. Das dadurch gewonnene Know-how im Bereich der Wasserstofftechnologie findet jetzt seinen Einsatz in einem neuen europaweiten Pilotprojekt. "CUTE"- Clean Urban Transportation for Europe, so heißt das übergeordnete, von DaimlerChrysler initiierte und durch die Europäische Kommission mit etwa 32 Millionen Mark geförderte Großprojekt. Ab 2002 sollen in neun europäischen Städten 27 Nahverkehrsbusse, die mit Brennstoffzellen ausgerüstet sind und durch den Energieträger Wasserstoff angetrieben werden, für innovative Mobilität im innerstädtischen Verkehr sorgen.


In Hamburg haben sich vier Partner zur Realisierung dieses Projektes zusammengeschlossen: Die HEW und die Deutsche BP sorgen für die energetische Wasserstoff-Infrastruktur vom Elektrolyseur über den Speicher bis hin zur Zapfsäule. Die Hamburger Hochbahn (HHA) beschafft und betreibt drei Brennstoffzellen-Busse, die der Fahrzeughersteller DaimlerChrysler baut. Ziel ist es, ein emissionsfreies und geräuscharmes Verkehrssystem samt zugehöriger energetischer Infrastruktur zu schaffen, welches große Potentiale zur Verringerung des globalen Treibhauseffektes und zur Verbesserung der Luft- und Lebensqualität in Ballungsräumen bietet sowie zur Schonung fossiler Ressourcen beiträgt. Mit einem 500 Kilowatt (KW) Elektrolyseur der Firma Norsk Hydro wird die HEW ab 2002 den gasförmigen Wasserstoff für die Brennstoffzellen-Busse produzieren. Bei einem Wirkungsgrad von 80 bis 90 Prozent kann die Anlage maximal 100 Kubikmeter Wasserstoff pro Stunde erzeugen. 600 000 Kubikmeter Wasserstoff benötigen die drei Busse pro Jahr. Um diese Menge des emissionsfreien Energieträgers Wasserstoff zu produzieren, verbraucht der Elektrolyseur jährlich etwa 2,5 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom.


Auch der Strom, der für den Betrieb des Elektrolyseurs benötigt wird, soll regenerativ erzeugt werden, so dass der Treibstoff dann in seiner ganzen Kette als emissionsfrei angesehen werden kann. Hierfür besteht einerseits die Möglichkeit, den durch das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) im HEW-Netz vorhandenen grünen Strom in Höhe von 360 Millionen kWh anteilig zu nutzen oder andererseits die benötigte Menge an grünem Strom durch neue Windkraftanlagen zu erzeugen.

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