Bilanz

Auftragsrekord im Großanlagenbau dank Auslandsgeschäften

Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Großanlagenbau (AGAB) haben im vergangenen Jahr Aufträge im Wert von 17,4 Milliarden Euro und damit sieben Prozent mehr als im Jahr zuvor erhalten. Grund ist eine sehr hohe Auslandsnachfrage. Die Zahl der Beschäftigten sei mit knapp 53 000 unverändert geblieben.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Frankfurt/Main (ddp/sm) - Der deutsche Großanlagenbau hat im vergangenen Jahr von der starken Nachfrage im Ausland profitiert und den höchsten Auftragseingang seit 1993 verbucht. Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Großanlagenbau (AGAB) hätten im vergangenen Jahr Aufträge im Wert von 17,4 Milliarden Euro und damit sieben Prozent mehr als im Jahr zuvor erhalten, teilte der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Montag in Frankfurt am Main mit. Die Zahl der Beschäftigten sei mit knapp 53 000 unverändert geblieben.

Die Entwicklung sei durch eine "sehr hohe Auslandsnachfrage" getragen worden, die mit 14,3 Milliarden Euro einen neuen Höchstwert erreicht habe, erklärte AGAB-Sprecher Wolfgang Essig. Dadurch sei die Exportquote im Großanlagenbau von 75 auf 82 Prozent gestiegen. Im Inland hätten die Aufträge dagegen deutlich um 22 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro abgenommen. Hier werde auch im laufenden Jahr keine nachhaltige Belebung erwartet. Essig kritisierte, vor allem die Betriebskosten heimischer Produktionsstandorte sowie unsichere Rahmenbedingen, insbesondere in der Energiepolitik, seien ursächlich für ausbleibende oder ins Ausland verlagerte Investitionen.

Die bedeutendste Auslandsregion für den deutschen Großanlagenbau war im vergangenen Jahr den Angaben nach Asien mit Bestellungen im Wert von 3,8 Milliarden Euro. Dabei habe sich China mit einem Bestellvolumen von 2,4 Milliarden Euro als größter Einzelmarkt etabliert.

Allerdings brächten die Wachstumsregion China und der gesamte Ferne Osten der heimischen Branche durch Marken- und Produktpiraterie auch Belastungen, betonte der Verband. Essig forderte daher die Bundesregierung auf, den "politischen Druck auf die chinesischen Verantwortlichen auf deutscher und europäischer Ebene zu erhöhen".

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