Schwarze Pumpe

Aufstieg für Hoyerswerda mit der Kohle

Die Entwicklung von der sächsischen Stadt Hoyerswerda ist eng mit dem Aufbau des Kombinates Schwarze Pumpe verbunden, den die Regierung der ehemaligen DDR 1955 beschloss. Mit einem Festakt am 30. August wird der 50. Jahrestag der Grundsteinlegung begangen.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Hoyerswerda (ddp-lsc/sm) - Die mit dem Aufbau des Braunkohlenveredlungskombinates Schwarze Pumpe verbundene Erweiterung von Hoyerswerda ist nach Ansicht von Oberbürgermeister Horst-Dieter Brähmig (PDS) ein "Glücksfall" für die Stadt gewesen. Hoyerswerda habe sich ab 1955 vom damals unbedeutenden Ackerbürgerstädtchen zu einer Stadt mit rund 71 000 Einwohnern im Jahre 1981 entwickelt.

Dass die Bevölkerungszahl dabei um das Zehnfache zugenommen habe, verdeutliche das damalige Ausmaß der industriellen Entwicklung in der Lausitz, sagte Brähmig in einem Interview mit der Nachrichtenagentur ddp.

Die Neustadt von Hoyerswerda entstand maßgeblich für Beschäftigte der Kohle- und Energiewirtschaft. Mit einem Festakt am 30. August wird der 50. Jahrestag der Grundsteinlegung für die Erweiterung der Stadt und für das Kombinat im 14 Kilometer entfernten Schwarze Pumpe begangen. In Spitzenzeiten standen dort 17 000 Menschen in Lohn und Brot. Nach Angaben von Brähmig sind heute an diesem Standort fast 90 Firmen mit insgesamt rund 3500 Beschäftigten ansässig, etwa in der Papierfabrik der österreichischen W. Hamburger AG oder im neuen Braunkohlekraftwerk. Der Bergbau habe inzwischen an Bedeutung verloren. Kohle werde nun "in verträglichem Maße" gefördert und verarbeitet.

Wirtschaftliche Stabilität sei Voraussetzung dafür, dass der Bevölkerungsrückgang gestoppt werden kann, stellt Brähmig klar. Seit 1990 habe die Stadt etwa 30 000 Einwohner verloren. Froh ist der Oberbürgermeister daher über den in Aussicht gestellten Bau einer Solarfabrik im Gewerbegebiet Nardt. Die amerikanische Investition soll rund 600 Arbeitsplätze bringen. Der erste Spatenstich sei noch in diesem Jahr geplant.

Touristische Perspektiven sieht Brähmig für Hoyerswerda als "Kernstadt" im künftigen Lausitzer Seenland. Ohne den Braunkohleabbau hätte es diese neu entstehende Landschaft nie gegeben, die einmal Europas größtes künstliches Seengebiet sein wird.

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