Eckpunkte

Aufsichtsrat entscheidet über neue E.ON-Führung

Der Aufsichtsrat von Deutschlands größtem Energiekonzern E.ON wird am Montag voraussichtlich über die künftige Führung des Versorgers entscheiden. Der Konzern teilte zudem mit, auf betriebsbedingte Kündigungen bis 2012 verzichten zu wollen.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp/red) - Nachdem der bisherige Vorstandsvorsitzende Wulf Bernotat auf der Hauptversammlung im Mai überraschend seinen Rückzug für das nächste Jahr angekündigt hatte, gilt Johannes Teyssen als Nachfolgekandidat. Teyssen ist seit 2004 im Vorstand des Unternehmens und verantwortet dort das operative Geschäft. Unterdessen einigte sich der Konzern mit den Gewerkschaften auf den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen bis 2012.

Bernotat, dessen Vertrag noch bis Mai 2010 läuft, hatte für seine Entscheidung persönliche Gründe angeführt. Er werde im nächsten Jahr 62 Jahre alt und wolle sich dann neuen beruflichen Herausforderungen stellen. Bernotat hatte den Chefsessel bei E.ON im Mai 2003 von Ulrich Hartmann übernommen, der an die Spitze des Aufsichtsrats gewechselt war.

Beim Sparprogramm "Perfom to win" des Energiekonzerns soll es unterdessen keine betriebsbedingten Kündigungen für die rund 40 000 Beschäftigten in Deutschland geben. Auf einen bis Ende 2012 laufenden Ausschluss solcher Maßnahmen einigten sich das Unternehmen und die Arbeitnehmervertreter, wie E.ON und die Gewerkschaft ver.di am Wochenende mitteilten.

Einen Stellenabbau wird es aber dennoch geben. Beide Seiten einigten sich auf Maßnahmen wie Altersteilzeit, Vorruhestand, Auslaufen befristeter Verträge, freiwilliges Ausscheiden mit Abfindung oder natürliche Fluktuation. Zudem wurde der Fortbestand geltender Tarifverträge vereinbart. ver.di bezifferte den geplanten Stellenabbau auf rund 1000 Arbeitsplätze. Ein E.ON-Sprecher wollte diese Zahl nicht kommentieren. In der Vergangenheit hatte der Konzern gesagt, dass das Sparprogramm auch Auswirkungen auf die Beschäftigung haben werde, allerdings nie eine Zahl dazu genannt.

Über das vereinbarte Eckpunktepapier hinaus einigten sich Arbeitnehmer und Unternehmen auf grundsätzliche Maßnahmen in verschiedenen Bereichen. So soll der für die IT-Infrastruktur zuständige Bereich kurzfristig verkauft werden. Davon betroffen seien mehr als 1000 Beschäftigte, hieß es von ver.di.

"Die Vereinbarungen machen den Weg für eine zügige Umsetzung des Programms 'Perform to win' frei, mit der wir noch in diesem Jahr beginnen werden", sagte E.ON-Chef Bernotat. Mit dem Sparprogramm will E.ON bis 2011 die Kosten um rund 1,5 Milliarden Euro reduzieren.

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