Übertragung

Auch Thüringen ohne eigene Energiemarkt-Regulierung

Die Regulierung der Thüringer Energienetze wird auf die Bundesnetzagentur übertragen. Ein entsprechendes Verwaltungsabkommen zwischen dem Freistaat und dem Bundeswirtschaftsministerium sei unterzeichnet, teilte das thüringer Wirtschaftsministerium gestern in Erfurt mit.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Erfurt (ddp-lth/sm) - Das Abkommen trete zum 1. Januar 2006 in Kraft und laufe zunächst fünf Jahre. Dem Land entstünden Kosten in Höhe von knapp 150 000 Euro pro Jahr. Allerdings sei diese Lösung kostengünstiger als die zusätzlichen Personal- und Sachkosten, die bei einer Landesregulierungsbehörde entstanden wären, erklärte ein Ministeriumssprecher.

Die Einrichtung von Regulierungsbehörden zur Kontrolle der Energieversorgungsnetze ist im novellierten Energiewirtschaftsgesetz vorgesehen, das im Juli dieses Jahres in Kraft getreten ist. In Thüringen seien für Strom und Gas insgesamt 56 Netze zu überwachen. Versorgungsnetze mit mehr als 100 000 Anschlüssen oder Netze, die über die Grenzen eines Bundeslandes hinausreichen, fallen laut Gesetz generell in die Zuständigkeit einer zentralen Bundesnetzagentur. Dies treffe auf den größten Thüringer Energieversorger, die E.ON Thüringer Energie AG, und auch auf die Erfurter SWE Strom und Fernwärme GmbH zu. Die übrigen Netze können die Länder selbst regulieren, diese Aufgabe jedoch auch auf die Bundesnetzagentur übertragen.

Da E.ON Thüringer Energie ohnehin an den meisten Stadtwerken im Freistaat beteiligt ist, will Thüringen eine "Regulierung aus einer Hand" gewährleisten. Die Zuständigkeit für die Fachaufsicht verbleibt jedoch in Thüringen.

Neben Thüringen haben sich bislang alle Stadtstaaten sowie Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern für eine komplette Übertragung der Netzkontrolle entschieden.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Stromrechnung

    Hartz IV deckt Stromkosten nicht ab

    Auch für die Stromkosten wird beim Bezug von Hartz IV ein nach Wohnregion festgelegter Pauschalbetrag gezahlt. Verivox zufolge ist der Betrag trotz Beitragserhöhung im kommenden Jahr aber von vornherein zu niedrig angesetzt.

  • Solaranlage

    Solarstromspeicher: Bayern und NRW liegen vorn

    Batteriespeicher für Photovoltaikanlagen sind besonders in den großen Bundesländern beliebt, zeigt eine Studie. Demnach haben die Deutschen in Bayern und Nordrhein-Westfalen 2014 die meisten Anlagen installiert. Die Speicher können einen wichtigen Beitrag zur Netzstabilität leisten.

  • Strom sparen

    Koalitionsvertrag: Die Energie-Regelungen

    In den kommenden vier Jahren wird sich auch im Bereich Energieversorgung und -erzeugung in Deutschland einiges ändern. So will die neue Bundesregierung laut neuem Koalitionsvertrag beispielsweise die Vergütungen für erneuerbare Energien und die EEG-Härtefallregelung überprüfen.

  • Stromnetz Ausbau

    E.ON Thüringer Energie berät Bürgermeister in Energiefragen

    In Meiningen, Jena, Bleichrode und Erfurt wird die E.ON Thüringer Energie AG im Oktober den Diaog mit Kommunalvertretern über das neue Energierecht und Konsequenzen für Städte und Gemeinden fortsetzen. Das Unternehmen versorgt in Thüringen und Sachsen etwa 900 Gemeinden und Städte mit Strom.

  • Stromtarife

    25 Thüringer Stromversorger wollen Preise erhöhen

    Die meisten der 29 Thüringer Stromversorger haben beim Wirtschaftsministerium einen Antrag auf Erhöhung der Strompreise gestellt. Dabei geht es laut Wirtschaftsminister Reinholz um Steigerungen um bis zu zwölf Prozent. Reinholz betonte, dass noch kein Antrag genehmigt wurde.

Top