Hängepartie

Auch Stromwirtschaft will EnWG noch vor Auflösung des Bundestags

"Die Stromwirtschaft hat ein großes Interesse an der Verabschiedung des Energiewirtschaftsgesetzes", sagte der Hauptgeschäftsführer des VDEW, Eberhard Meller, der "Welt am Sonntag". Die Hängepartie müsse ein Ende haben. Die Sicherung der Stromversorgung sei eine langfristige Aufgabe.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Die deutsche Stromwirtschaft fordert eine Verabschiedung des neuen Energiewirtschaftsgesetzes im Bundestag noch vor dessen geplanter Auflösung. "Die Stromwirtschaft hat ein großes Interesse an der Verabschiedung des Energiewirtschaftsgesetzes", sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Elektrizitätswirtschaft (VDEW), Eberhard Meller, der "Welt am Sonntag". Die Hängepartie müsse ein Ende haben. Die Sicherung der Stromversorgung sei eine langfristige Aufgabe und müsse unabhängig von Parteipolitik sein.

Hintergrund ist die Auseinandersetzung zwischen Bund und Ländern über die Einzelheiten des Energiewirtschaftsgesetzes, wie die Zeitung erläutert. Das soll unter anderem den Zugang zu den Strom- und Gasleitungen der Energieunternehmen regeln und so den Wettbewerb bei Strom und Gas erhöhen. Die Bundesrepublik wurde bereits von der EU-Kommission aufgefordert, endlich den geforderten Regulator auch in Deutschland zu installieren. Die Strombranche hofft nun, die bestehenden Unklarheiten spätestens bis zu der für den 1. Juli erwarteten Auflösung des Bundestags beseitigt zu sehen.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Ökostromrechner

    Kabinett segnet Ökostrom-Reform ab

    Wie geht es weiter mit dem Ökostrom-Ausbau in Deutschland? Lange konnten sich Bund und Länder nicht einigen, aber nun hat sich die EEG-Reform auch ihren Weg durch das Bundeskabinett gebahnt.

  • Solaranlage Einfamilienhaus

    Solarstromspeicher sollen nicht weiter gefördert werden

    Die Förderung für Solarstromspeicher soll zum Jahresende abgeschafft werden. Das geht aus einem Schreiben des Bundeswirtschaftsministers an den Wirtschaftsausschuss des Bundestages hervor. Kritisiert wird das vor allem im Hinblick auf die kürzlich bewilligte Braunkohle-Subventionierung.

  • Strom sparen

    Deutschland droht Klage wegen EU-Energierichtlinie

    Das EnWG liegt im Vermittlungsausschuss des Bundesrats, wie lange noch ist unklar. Nicht klar ist auch, ob die Novelle überhaupt noch vor einem möglichen Machtwechsel im Herbst verabschiedet wird. Klar ist hingegen, dass die EU-Kommission über ein Gerichtsverfahren nachdenkt, sollte Deutschland es weiter verzögern.

  • Strom sparen

    Koalition will ein europäisches "Top-Runner-Programm" für Energieeffizienz

    Das Top-Runner-Programm teilt jedes Produkt in verschiedene Untergruppen und setzt Effizienzziele für jede dieser Gruppen. Es fördere den technischen Fortschritt im Land und damit auch den Export, zwinge ausländische Anbieter zur Anpassung und vermeide so internationale Wettbewerbsverzerrungen für inländische Anbieter.

  • Hochspannungsleitung

    bne fordert Liberalisierung des Messwesens

    Der Bundesverband Neuer Energieanbieter (bne) hat den Vermittlungsausschuss aufgefordert, bei der Überarbeitung des EnWG auch auf die vollständige Liberalisierung des Zähler- und Messwesens zu achten. Die Wettbewerbsöffnung würde zu einer Halbierung der Entgelte führen, prognostiziert der Verband.

Top