Auswirkungen

Auch Solarunternehmen bekommen Krise zu spüren

Trotz deutlicher Umsatzzuwächse im vergangenen Jahr wirkt sich die Wirtschaftskrise nun auch auf die deutschen Solarunternehmen aus. Die Branche zeigt sich gleichwohl recht stabil. Das ist vor allem wichtig für Ostdeutschland, wo viele große Anbieter ihren Sitz haben.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Erfurt/Bitterfeld (AFP/sm) -Der Solarzellen Hersteller Q-Cells korrigierte am Dienstag seine Umsatzerwartungen für dieses Jahr leicht nach unten. Auch die Erfurter Solarfirma Ersol geht von einem schwächeren Wachstum in diesem Jahr aus.

Im Vergleich zu anderen Branchen zeigen sich die deutschen Solarunternehmen, von denen sich viele in den neuen Bundesländern angesiedelt haben, ungeachtet der Krise stabil. Q-Cells strebt für dieses Jahr einen Konzernumsatz zwischen 1,7 und 2,1 Milliarden Euro an. Damit schraubte das in Sachsen-Anhalt ansässige Unternehmen die bisherige Zielsetzung von 1,75 bis 2,25 Milliarden Euro leicht nach unten.

Im vergangenen Jahr verzeichnete Q-Cells indes ein deutliches Umsatzplus: Nach den vorläufigen Geschäftszahlen stieg der Umsatz um 46 Prozent auf 1,25 Milliarden Euro, wie das Unternehmen in Bitterfeld-Wolfen mitteilte. Die Finanzkrise belastete vor allem das vierte Quartal. Der Umsatz stieg in den letzten drei Monaten 2008 nur um 13 Prozent. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen betrug im Gesamtjahr rund 205 Millionen Euro.

Auch der Solarzellenhersteller Ersol konnte seinen Umsatz im vergangenen Jahr nahezu verdoppeln. Der Konzernumsatz stieg nach vorläufigen Zahlen von gut 160 Millionen Euro im Jahr 2007 auf knapp 310 Millionen Euro im Jahr 2008, wie das Unternehmen am Dienstag in Erfurt bekanntgab. Auch der Gewinn vor Steuern und Zinsen hat sich demnach 2008 mehr als verdreifacht und stieg auf 70,7 Millionen Euro. Aufgrund der Krise geht aber auch Ersol, das zur Bosch-Gruppe gehört, in diesem Jahr von einem schwächeren Wachstum aus. Gleichzeitig rechnet das Unternehmen aber spätestens 2010 wieder mit der Rückkehr zur "alten Dynamik".

Der Berliner Solarmodulproduzent Solon will angesichts der schwierigen konjunkturellen Lage erst im Jahresverlauf eine Prognose für das Geschäftsjahr 2009 abgeben. Im vergangenen Jahr steigerte der Konzern seinen Umsatz um 62 Prozent auf 815 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern betrug 60 Millionen Euro, was einem Plus von 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprach.

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