18 Unternehmen betroffen

Auch Rheinland-Pfalz fordert Preissenkungen bei Gasversorgern

Die kartellrechtliche Prüfung der Gaspreise im Januar hat offensichtlich auch in Rheinland-Pfalz ergeben, dass bei 18 Gasversorgungsunternehmen die jeweiligen Referenzwerte überschritten wurden. Unterdessen kritisierte die Grünen-Fraktion auch die vom Wirtschaftsministerium genehmigten Preiserhöhungen beim Strom.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Mainz (ddp-rps/sm) - Neben Hessens Wirtschaftsminister Dr. Alois Rhiel forderte auch der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Hans-Artur Bauckhage (FDP) 18 Gasversorger im Land dazu auf, ihre Preise zu senken.

Die Ergebnisse der kartellrechtlichen Prüfung vom 1. Januar hätten ergeben, dass bei 18 Gasversorgungsunternehmen (GVU) die jeweiligen Referenzwerte überstiegen wurden, sagte Bauckhage in Mainz. "Bereits acht Unternehmen haben signalisiert, dass sie Preise absenken werden", fügte er hinzu. Die restlichen zehn Unternehmen seien bislang noch nicht zu diesem Schritt bereit. "Erfolgt keine Absenkung, wird die Landeskartellbehörde ein förmliches Missbrauchsverfahren auf Basis des Vergleichsmarktprinzips einleiten", kündigte der Minister an.

Unterdessen kritisierte die Grünen-Fraktion im Mainzer Landtag die vom Wirtschaftsministerium genehmigten Preiserhöhungen beim Strom. Wie aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage hervorgeht, sind in 66 Fällen von den Stromkonzernen beantragte Preissteigerungen um 0,9 Cent pro Kilowattstunde genehmigt worden, sagte der wirtschaftspolitische Fraktionssprecher Bernhard Braun. Er kritisierte zugleich eine ungerechte Preispolitik. Die privaten Tarife seien im Vergleich zu den gewerblichen höher. "Im Jahr 2003 waren es im Schnitt rund 13,2 Cent pro Kilowattstunde Strom im Vergleich zu etwa 4,5 Cent beim Gewerbe", fügte Braun hinzu.

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