Netzentgelte seien Schuld

Auch Ökostrom teurer - Lichtblick erhöht Strompreise

Auch Ökostrom wird zum Jahreswechsel teurer. So erhöht Deutschlands größter Ökostromanbieter Lichtblick seine Strompreise. Grund seien die hohen Netzentgelte, kritisiert das Unternehmen und fordert die Politik zu Taten auf.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Hamburg (red) - Der Hamburger Versorger LichtBlick begründete die Erhöhung unter anderem mit trotz staatlicher Kontrolle massiv gestiegenen und noch weiter steigenden Netzentgelten. Im Durchschnitt seien die Gebühren für die Nutzung der Stromnetze in den letzten 18 Monate um 15 Prozent, in manchen Netzgebieten sogar bei bis zu 30 Prozent gestiegen. "Es ist höchste Zeit, dass die Politik diesem Selbstbedienungsladen der Netzbetreiber einen Riegel vorschiebt", sagte LichtBlick-Chef Christian Friege.

Netzentgelte Schuld an hohen Strompreisen

Die Netzentgelte machen dem LichtBlick-Chef zufolge 28 Prozent des Strompreises aus. 40 Prozent entfielen auf Steuern und Abgaben. Lediglich 32 Prozent der Kosten verantwortet LichtBlick - sie entfallen vor allem auf den Stromeinkauf. Bei LichtBlick kostget die Kilowattstunde Strom ab dem 1. Januar 2010 21,99 Cent statt bisher 19,99 Cent, der monatliche Grundpreis steigt um einen Euro auf 8,95 Euro. Lichtblick versorgt rund 500.000 Kunden in Deutschland mit Strom aus erneuerbaren Energien. Zuvor waren die Strompreise zwei Jahre stabil.

Greenpeace Energy und EWS erhöhen

Auch Greenpeace Energy hebt zum 1. Januar seine Strompreise an. Statt bisher 21,4 Cent koste die Kilowattstunde dann 23,6 Cent. Auch die Nummer drei der Ökostrom-Anbieter, die Elektrizitätswerke Schönau (EWS), erhöhen den Strompreis, nämlich von 21,2 auf 22,7 Cent.

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