Zum Jahreswechsel

Auch Ökostrom-Anbieter erhöhen Preise / Ausnahme: Greenpeace

Auch die Kunden der Ökostromanbieter LichtBlick und Naturenergie AG werden ab 1. Januar 2005 mehr für ihren Strom bezahlen, während Greenpeace energy auch im dritten Jahr infolge einen stabilen Strompreis garantiert. Bei LichtBlick steigt der Kilowattstundenpreis um 5,4 Prozent, bei Naturenergie um 6,2 Prozent.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Frankfurt/Main (ddp/sm) - Die beiden größten deutschen Anbieter von Strom aus erneuerbaren Energien, LichtBlick und Naturenergie AG, erhöhen zu Jahresbeginn die Preise. So müssen die Privatkunden von LichtBlick vom 1. Januar an mit 17,6 Cent je Kilowattstunde 5,4 Prozent mehr bezahlen als bisher. Bei der zur EnBW gehörenden Naturenergie AG aus Grenzach-Whylen würden die Preise für die Silbervariante um 6,2 Prozent auf 18,4 Cent je Kilowattstunde angehoben, berichtet die "Frankfurter Rundschau" heute.

Beide Unternehmen begründen ihre Entscheidung mit den gestiegenen Kosten für die Beschaffung von Strom und den angekündigten Gebührenerhöhungen bei der Nutzung von Stromnetzen. "Mit dieser Preiserhöhung werden wir unter dem bleiben, was die etablierte Konkurrenz angekündigt hat", relativiert Heiko von Tschischwitz, LichtBlick-Geschäftsführer, die Anhebung.

Dagegen entzieht sich der Anbieter Greenpeace energy bislang dem Trend, die Strompreise für Privatkunden zu erhöhen. Das Unternehmen bleibe bei den Preisen, die für diesen Kundenkreis seit zwei Jahren gelten, teilte das Unternehmen heute mit. "Die Kosten durch gestiegene Strombeschaffungspreise gleichen wir durch unsere steigende Kundenzahl aus. Unser Wachstum lässt die Verwaltungskosten sinken, das geben wir an unsere Kunden weiter", erläutert Jan Haase, Unternehmenssprecher von Greenpeace energy.

In einem Hintergrundpapier zu Strompreisen bei Haushaltskunden belegt Greenpeace energy, dass die Förderung regenerativer Energien nach dem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) etwa 0,4 Prozent Preiserhöhung rechtfertigt. Die Argumentation, der zunehmende Bedarf an Ausgleichsenergie aufgrund des Zubaus von Windkraftwerken lasse die Preise steigen, erweise sich als nicht haltbar. Hauptgrund für die hohen Strompreise in Deutschland sowie die aktuellen Erhöhungen sind laut Greenpeace energy die hohen Netznutzungsentgelte.

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