Höhere Kosten

Auch Netzentgelte für Gas werden steigen

Nun geht es also auch den Gaskunden an den Kragen und nicht nur den Stromverbrauchern: Die Gebühren für die Gasnetze steigen 2013 um rund zehn Prozent, teilweise sogar noch deutlich stärker - obwohl die Gasnetzbetreiber nichts mit Anschlusskosten für Ökostrom zu tun haben, also diese Belastungen anders als die Stromnetzbetreiber nicht schultern müssen.

Gaspreise© Jaap2 / iStockphoto.com

Hamburg (AFP/red) - Auch Gaskunden in Deutschland müssen nach Angaben des Vergleichsportals Verivox im nächsten Jahr mit höheren Preisen rechnen. Die Gasnetzgebühren steigen zum Jahreswechsel um durchschnittlich zehn Prozent, wie Verivox am Dienstag mitteilte. Demnach liegen die Netzentgelte für einen Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden Gas derzeit bei durchschnittlich 282 Euro. Nächstes Jahr steigen sie durch die Erhöhung laut Verivox voraussichtlich auf 311 Euro, zuzüglich Mehrwertsteuer.

Im Strombereich begründeten die Netzbetreiber ihre Erhöhungen mit den hohen Anschlusskosten für Ökostrom-Anlagen an das Stromnetz, erklärte Verivox-Energieexpertin Dagmar Ginzel. "Die Gasnetzbetreiber haben diese Belastungen jedoch nicht", kritisierte sie.

Gaspreise könnten erneut steigen

Auch dem Energieanbieter Lichtblick zufolge erhöhen die Netzbetreiber zum Jahreswechsel ihre Gebühren für den Transport von Gas zum Endkunden um durchschnittlich zehn Prozent. Bei einigen erhöhe sich das Entgelt gar um bis zu 35 Prozent. "Offenbar versuchen Konzerne und Stadtwerke, die durch die Energiewende schwindenden Gewinne beim Betrieb fossiler Kraftwerke durch höhere Einnahmen aus dem Netzbetrieb auszugleichen", kritisierte Lichtblick-Chef Heiko von Tschischwitz.

Bereits in der vergangenen Woche hatte Lichtblick die zum Jahreswechsel anstehende neue Preisrunde bei den Stromnetzentgelten kritisiert. Für Stromkunden steigt 2013 auch die Ökostrom-Umlage, die den Ausbau der erneuerbaren Energien finanziert.

Anbieterwechsel ohne Unterbrechungsrisiko

Da die Energiepreise zum Jahreswechsel auf breiter Front ansteigen werden, raten die Experten von Verivox zum Preisvergleich. Dazu werden lediglich die Postleitzahl und der Jahresverbrauch benötigt. "Die Preisunterschiede der Versorger sind aufgrund des dynamischen Beschaffungsmarktes im Gasbereich sehr hoch. Wer zum günstigsten verfügbaren Tarif mit gleichen Konditionen wechselt, kann durchschnittlich 321 Euro einsparen", so Ginzel.

Der Wechsel selbst ist einfach und geht schnell. Der neue Versorger übernimmt die Kündigung beim bisherigen Anbieter. Nur im Falle einer Preiserhöhung sollte die Kündigung selbst durchgeführt werden. Beim Gasanbieterwechsel ist die ununterbrochene Versorgung genau wie im Bereich Strom gesetzlich garantiert. Die Angst, im Dunkeln oder in der Kälte zu stehen, ist daher unbegründet.

Quelle: AFP

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