Vortrag

Auch im Energiemarkt: "Mit der etablierten Marke zum Erfolg"

Karl-Heinz Trautmann, Vorstandsvorsitzender der Energieversorgung Offenbach AG und designiertes Vorstandsmitglied der Mannheimer MVV Energie AG, hat dieser Tage vor dem "Reputation Institute" der Manchester Business School einen Vortrag zum Thema Markenkraft gehalten. Etablierte Marken solle man mit Vorsicht behandeln, so Trautmann.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Etablierte Markennamen sind der Schlüssel zum Erfolg auf dem liberalisierten Energiemarkt - sie sollten daher mit Vorsicht behandelt und nicht vorschnell durch neue Namen ersetzt werden. Diese These vertritt zumindest Karl-Heinz Trautmann, Vorstandsvorsitzender der Energieversorgung Offenbach AG (EVO) und designiertes Vorstandsmitglied der Mannheimer MVV Energie AG. Gerade infolge von Unternehmensbeteiligungen gelte es, mit einer Marke vorsichtig umzugehen, sagt Trautmann dieser Tage vor Hochschulprofessoren aus aller Welt in Manchester/Großbritannien. Allzu häufig achteten die Führungskräfte bei einem Unternehmenskauf nur auf die Integration der neuen Töchter, nicht aber auf die Integration der traditionellen Marken in ein sinnvolles Gesamtkonzept, urteilte der Vorstandsvorsitzende. "Das hat negative Folgen für Image und Identität, Kosten und Gewinn."

Trautmann hielt seinen Vortrag zur Markenstrategie auf dem Energiesektor vor dem "Reputation Institute", einem renommierten Veranstaltungsforum der Manchester Business School. Vor dem hochrangigen Auditorium warnte der Manager vor Experimenten mit ungewissem Ausgang bei der Namensgebung von Firmen oder Dienstleistungen. "Die Kraft der Marke sollte niemand unterschätzen", sagte der EVO-Chef. Niemand käme etwa auf die Idee, auf Marken wie Nivea, Mercedes oder Coca-Cola zu verzichten und diese durch seelenlose Fantasienamen zu ersetzen. Im Übrigen wies Trautmann darauf hin, dass Markennamen in manchen Fällen einen beträchtlichen Teil des Firmenwerts ausmachten und die gut etablierte Marke auch auf dem Energiesektor stetig wichtiger werde.

Markenkooperationen sind für den 51 Jahre alten Manager bei der Zusammenarbeit zweier Partner ein intelligenter Weg zum Erfolg. Die Partner wahrten ihre Autonomie, könnten vorhandene Kompetenzen stärken und das jeweilige Know-how miteinander verbinden. Trautmann sprach sich daher für Kooperationen "auf Augenhöhe" aus: "Wir präferieren solide Partnerschaft statt rigoroser Übernahme". Das müsse sich nicht nur bei der Gewinnabschöpfung, sondern auch bei den Firmennamen widerspiegeln. Wer auf etablierte und bekannte Namen setze, verschaffe sich Vorteile beim Image, beschleunige das Wachstum und spare viel Zeit und Geld für die Einführung neuer Namen. "Davon profitiert die Konzernmutter ebenso wie die Tochter", so Trautmann.

Als positives Beispiel nannte er die Beteiligung der MVV an der Energieversorgung Offenbach. Die MVV sei national und international tätig, die EVO dagegen sei im Rhein-Main-Gebiet bekannt und profitiere von ihrer Nähe zur Kundschaft. Der regionale Energieversorger wiederum kann laut Trautmann über die MVV Dienstleistungen in größerem Umfang und mit größerer Finanzkraft erbringen. Erst die sinnvolle Kombination der Stärken beider Partner bringe dem Konzern die optimale Leistung. Dazu gehöre auch der Erhalt des bekannten und gepflegten Markennamens.

Trautmann wird von Oktober an für die Ressorts Marketing, Vertrieb und Energiedienstleistungen bei der MVV zuständig sein, die sich unter anderem durch Firmenbeteiligungen in Offenbach, Solingen, Ingolstadt, Köthen, Buchen und Meißen als fünftgrößter Energieversorger in Deutschland etabliert hat.

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