Bestätigung der Prognose

Auch E.ON legt bei Umsatz und Gewinn zu

Wie auch der Konkurrent RWE hat E.ON in diesem Jahr von den hohen Strompreisen profitiert. Die Erlöse stiegen in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 22 Prozent auf 60,5 Milliarden Euro, wie das DAX-Unternehmen mitteilte.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp/sm) - Der bereinigte Konzernüberschuss erhöhte sich um 6 Prozent auf knapp 4,5 Milliarden Euro. Anlässlich dieser Zuwächse bestätigte E.ON seine Prognosen.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) legte um 8 Prozent auf 7,7 Milliaren Euro zu. Beim Umsatz und bereinigtem Gewinn wie auch beim Ebit übertraf E.ON die durchschnittlichen Erwartungen von Analysten. Diese erklärten, dass das Unternehmen unter anderem deutlich von den gestiegenen Strompreisen, einem soliden Gasgeschäft und der erstmaligen Einbeziehung von Zukäufen im Ausland profitierte.

Allerdings fiel der unbereinigte Nettogewinn in den ersten neun Monaten fast eine Milliarde Euro niedriger aus als allgemein erwartet. E.ON wies einen unbereinigten Überschuss nach Anteilen Dritter von 3,06 Milliarden Euro aus. Im Vorjahr waren es noch 5,32 Milliarden Euro. Analysten hatten im Mittel mit einem Niveau von 4,01 Milliarden Euro gerechnet.

Wesentliche Ursache hierfür war die stichtagsbezogene Marktbewertung von Derivaten, also marktpreisabhängigen Verträgen, die E.ON zum 30. September mit 1,45 Milliarden Euro belasteten. Im Vorjahr hatte die Derivate-Bewertung noch einen positiven Effekt von 433 Millionen Euro gebracht. Grund für diese Veränderung war nach Angaben von E.ON vor allem die Preisentwicklung an den Ölmärkten und damit die Marktbewertung langfristiger Absatzverträge.

Der Konzern, der weltweit 88.000 Mitarbeiter beschäftigt, bekräftigte bei der Vorlage der Quartalszahlen erneut seine Prognosen für das laufende Jahr. Beim Ebit wie auch beim bereinigten Konzernüberschuss seien im laufenden Geschäftsjahr Steigerungen um fünf bis zehn Prozent erwarten, erklärte der Energiekonzern. "Die ersten neun Monate des Geschäftsjahres zeigen klar, dass wir die Weichen richtig gestellt haben", sagte der E.ON-Vorstandsvorsitzende Wulf Bernotat.

Keine Probleme durch Finanzkrise

Bernotat verwies darauf, dass trotz der Finanzmarktkrise auch bei künftigen Finanzierung keine größeren Probleme zu erwarten seien. E.ON habe von Mitte 2007 bis Ende 2010 einen Finanzierungsbedarf von rund 30 Milliarden Euro einschließlich der Refinanzierung von fälligen Anleihen. Davon seien bereits 17 Milliarden Euro durch die Begebung von Anleihen bereits gesichert.

Trotzdem stellt E.ON alle Investitionsprojekte wegen der internationalen Finanzkrise noch einmal auf den Prüfstand. "Es sei durchaus denkbar, dass es bei einzelnen Projekten zeitliche Verschiebungen geben werde, sagte Bernotat.

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