Verklappungspraxis

Atommüll im Meer: 480 Fässer aus Deutschland

Über Jahrzehnte haben Großbritannien, Deutschland und andere Staaten Fässer mit Atommüll im Meer versenkt. 480 dieser Fässer kämen aus Deutschland, gab die Bundesregierung jetzt auf Anfrage bekannt. Die beteiligten Staaten sehen keinen Handlungsbedarf, weil es sich nicht um hoch radioaktiven Müll handele und keine Emissionen festzustellen seien.

Atomenergie© Thomas Bethge / Fotolia.com

London (red) - Medienberichten zufolge befinden sich im Ärmelkanal vor Frankreich - und an anderen Stellen in der Nordsee und im Nordatlantik - immer noch Fässer mit Atommüll, die dort in den 50er- und 60-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts versenkt wurden. Großbritannien soll sogar bis Anfang der 1980er-Jahre Atommüll aus Sellafield im Meer verklappt haben. Zwar sind diese Fässer augenscheinlich unversehrt, dennoch warnen Umweltschützer vor latenten Gefahren, weil sie befürchten, es könne Strahlung in die Nahrungskette gelangen.

Atommüll-Fässer kommen auch aus Deutschland

Mithilfe eines unbemannten U-Boots hat jetzt ein Team der ARD Aufnahmen der Fässer vor Frankreich gemacht, die dort in einer Tiefe von 124 Metern lagerten. Auch Deutschland sowie Belgien und die Schweiz hatten sich an dieser Verklappungspraxis beteiligt, die erst 1993 verboten worden sei. 480 Fässer mit Atommüll sollen aus Deutschland kommen, das gab die Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen bekannt. Hinweise auf Emissionen gebe es aus den Gebieten nicht, hieß es. Die beteiligten Regierungen sähen demnach keinen Handlungsbedarf - nicht zuletzt deshalb, weil es sich um schwach- bis mittelradioaktiven Abfall handele.

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