Von Polizei beendet

Atommüll-Gegner besetzten Endlager Gorleben

Bereits am Mittwoch haben mehrere Kernkraftgegner das mögliche Atommüll-Endlager in Gorleben besetzt. Sie waren als Besucher getarnt in den 840 Meter tiefen Stollen hinabgefahren und dort geblieben. Ihre Forderung: Endgültiger Stopp der Erkundungsarbeiten und ein Gespräch mit Umweltminister Trittin. Vor dem Gelände demonstrierten knapp 100 Menschen.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) Wolfram König hatte die Besetzung zunächst geduldet, die Versorgung der Aktivisten mit Lebensmitteln und Wasser jedoch untersagt. Einige Zeit später räumte die Polizei allerdings den Stollen, weil sich die Demonstranten BfS-Angaben zufolge selbst in Gefahr brachten. Damit war die Aktion nach elf Stunden beendet.

Umweltminister Jürgen Trittin hatte sich geweigert mit den Atomgegnern zu sprechen. Aus seinem Ministerium hieß es, dass derzeit grundsätzliche und konzeptionelle Fragen zur Endlagerung von Atommüll und zum Salzstock Gorleben geklärt würden. Seit über drei Jahren finden in Gorleben keine Erkundungsarbeiten mehr statt.

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