Gas nicht zuverlässig

Atomlobby: Ohne Kernkraft keine Versorgungssicherheit

Dem Deutschen Atomforum zufolge verdeutlicht der aktuelle Gasstreit die Risiken des Kernenergieausstiegs. Damit würden die Risiken für eine sichere Stromversorgung Deutschlands unweigerlich steigen. Die Grünen jedoch bezeichnen eine verstärkte Nutzung der Atomkraft wegen des Erdgas-Lieferstopps als abwegig.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Wiesbaden (ddp/sm) - Wer wie die Grünen gleichzeitig Kernenergie und Kohleverstromung ablehnt, verweist als Alternative für die Grundlast wie selbstverständlich gerne auf neue Gaskraftwerke. Unter dem Aspekt der Versorgungssicherheit klingt das in Zeiten wie diesen für die Bürger unseres Landes jedoch wie Hohn", erklärt Dr. Walter Hohlefelder, Präsident des Deutschen Atomforums.

"Kernenergie bedeutet eine sichere Stromversorgung und auch weniger Abhängigkeit Deutschlands. Der aktuelle Gasstreit zeigt, wie nötig auch in Zukunft ein breiter Energiemix unter Einschluss der Kernenergie ist", mahnt Hohlefelder.

Laut Grünen-Chefin Claudia Roth ist Atomkraft kein Ersatz für Gas. "Mit Atomenergie kann man im Winter nicht heizen", sagte Roth am Donnerstag in Wiesbaden nach einer Klausurtagung des Grünen-Bundesvorstandes.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Hochspannungsleitung

    Atomausstieg bis 2017 möglich und verantwortbar

    Der Präsident des Umweltbundesamtes, Jochen Flasbarth, hält die Abschaltung sämtlicher Atomkraftwerke in Deutschland in den kommenden sechs Jahren für möglich und verantwortbar. Zudem rät er Verbrauchern, ihre Marktmacht zu nutzen und zu einem Ökostromanbieter zu wechseln.

  • Strompreise

    Atomgegner verspüren Aufwind nach Mega-Demos

    Nach den großen Demonstrationen mit rund 140.000 Teilnehmern am Wochenende sehen sich Atomkraftgegner im Aufwind. Die hohe Beteiligung zeige, dass der Protest gegen die von der schwarz-gelben Bundesregierung angestrebte Laufzeitverlängerung inzwischen "aus der Mitte der Bevölkerung" komme.

  • Strom sparen

    BDEW: Atomkraft und Kohle für Versorgungssicherheit

    Atom- und Braunkohlekraftwerke stellten 2007 knapp ein Drittel der Kraftwerkskapazitäten der deutschen Energiewirtschaft. Sie lieferten jedoch nahezu die Hälfte des Stroms in Deutschland, da sie rund um die Uhr für die Grundlast des Stromverbrauchs arbeiten, so der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW).

  • Strompreise

    Grüne fordern Debatte um Endlagerung von Atommüll

    Die Grünen fordern eine umfassende Debatte über die Endlagerung von Atommüll. "Wer sich diese Frage nicht stellt, ist blind", sagte die Grünen-Bundesvorsitzende Claudia Roth am Samstag auf einem Parteitag der baden-württembergischen Grünen in Schwäbisch Gmünd.

  • Energieversorung

    VGB errechnet Neubaubedarf von 400.000 Megawatt

    Aus Sicht des Fachverbands der Strom- und Wärmeerzeugung (VGB) erfordern die Klimaschuzzziele ein "erhebliches Kraftwerksneubauprogramm". Der Verband hat ausgerechnet, dass bis zum Jahr 2020 in der EU-27 rund 400.000 Megawatt zusätzlich benötigt werden.

Top