Atomkraftwerk Stade nach Stillstand wieder am Netz

Wegen einer undichten Stelle an einem Kompensator an einer der vier Frischdampfleitungen war das Kernkraftwerk Stade am 27. Oktober abgeschaltet worden. Jetzt ist laut niedersächsischem Umweltministerium wieder alles in Ordnung und der Stromanzeuger ist gestern wieder ans Netz gegangen.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Das Atomkraftwerk im niedersächsischen Stade ist seit gestern wieder in Betrieb: Nach Abschluss aller Prüfungen und Vorlage der gutachterlichen Stellungnahmen durch den TÜV-Nord hat das Niedersächsische Umweltministerium dem Wiederanfahren zugestimmt. Die erforderlichen Instandsetzungsarbeiten seien vom Betreiber ordnungsgemäß abgeschlossen und die Dichtheit aller Kompensatoren nachgewiesen worden, berichtete eine Ministeriumssprecherin.

Zum Zweck einer weitergehenden Untersuchung und anschließender Reparatur einer undichten Stelle an einem Kompensator an einer der vier Frischdampfleitungen war das Kraftwerk am 27. Oktober vom Netz genommen worden. Zudem wurde eine temporäre Kleinstleckage an der Entwässerungsleitung an einem Dampferzeuger - die im September 2001 auftrat - behoben. Dieser Schaden war als meldepflichtiges Ereignis der niedrigsten Kategorie N (Normalmeldung) eingestuft worden. Außerdem wurden während des Stillstandes der Anlage Prüfungen auf Übertragbarkeit der Ereignisse im Atomkraftwerk Philippsburg 2 - Unterschreitungen von Sollfüllständen beim Kühlwasser und zu geringe Borkonzentrationen - vertieft. Als Konsequenz wurden in Stade die betrieblichen Regelungen ausreichend optimiert und vor dem Wiederanfahren bereits umgesetzt, fügte die Sprecherin hinzu. Insbesondere seien hierbei die für die Sicherheit bestimmenden Faktoren Mensch, Technik und Organisation (MTO) sowie Empfehlungen der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) berücksichtigt worden. Das Niedersächsische Umweltministerium wird vorsorglich die Prüfungen der Abläufe im Atomkraftwerk Stade fortsetzen. Die Kraftwerksbetreiber lassen zusätzlich MTO-Fragestellungen von einem anerkannten Institut untersuchen.

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