Sicher?!

Atomkraftwerk Philippsburg wieder am Netz

Nach rund dreiwöchiger Abschaltung ist Block 2 des Atomkraftwerks Philippsburg am Sonntag wieder ans Netz gegangen. Vorwürfe mangelnder Sicherheitskultur wies der Kraftwerksbetreiber EnBW am Montag in Karlsruhe zurück. Der Block war vorübergehend stillgelegt worden, weil Sicherungsstifte fehlten.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Philippsburg/Karlsruhe (ddp-bwb/sm) - Das baden-württembergische Umweltministerium forderte EnBW jedoch zu weiteren Sicherheitsmaßnahmen auf. Der Philippsburger Block war vorübergehend stillgelegt worden, weil Sicherungsstifte gegen das Verrutschen von Pumpenmotoren fehlten. Die Notkühlung des Reaktors hätte deshalb bei einem Erdbeben möglicherweise ausfallen können. Auch in allen übrigen baden-württembergischen Atomkraftwerken sind laut Ministerium inzwischen Abweichungen bei der Befestigung der Pumpenmotoren festgestellt worden.

Nach einer Prüfung ist sich EnBW nach eigenen Angaben inzwischen sicher, dass die Pumpenmotoren in Philippsburg trotz der fehlenden Stifte auch bei einem Erdbeben stabil geblieben wären. "Manche in der Öffentlichkeit erhobenen Vorwürfe, der Umgang mit dem Befund offenbare Mängel in der Sicherheitskultur des Betreibers, sind unter diesen Umständen nicht nachvollziehbar", sagte EnBW-Technikvorstand Thomas Hartkopf. Dennoch sei es richtig gewesen, den Block vorsorglich herunterzufahren.

Das Ministerium forderte, bis 2005 müssten die Instandhaltungsunterlagen aller Atomkraftwerke des Landes ergänzt werden. Die Überprüfungen zur Wirksamkeit des Qualitätssicherungssystems in Atomkraftwerken, die 2003 eingeleitet worden seien, würden weiter intensiviert. Der Betreiber müsse Eigenverantwortung und Sicherheitskultur verstärken. Die Sicherungsstifte seien in Philippsburg seit 1992 beim Austausch des Pumpenmotors weggelassen worden, ohne dass die entsprechenden Nachweisunterlagen aktualisiert worden seien. Zudem seien Befestigungsschrauben durch schwächere ersetzt worden.

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