Zu Öko-Strom wechseln

Atomkraftgegner rufen zum Vattenfall-Ausstieg auf

Nach dem erneuten Antrag auf Laufzeitverlängerung für das Atomkraftwerk Brunsbüttel fordert die Initiative "Atomausstieg-selber-machen" Vattenfall-Kunden auf, zu einem Ökostromanbieter zu wechseln. Der Wechseltrend, der nach der in Berlin angekündigten Preiserhöhung bereits eingesetzt hat, müsse verstärkt werden.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) Mit einem weiteren Antrag auf Laufzeit-Verlängerung des über 30 Jahre alten Atomkraftwerks Brunsbüttel wolle Vattenfall das im Atomkonsens vereinbarte Aus für einen der unsichersten Reaktoren in Deutschland doch noch verhindern, meint das Aktionsbündnis "Atomausstieg-selber-machen" und sieht den Antrag als eine "Provokation". Das Unternehmen nehme für mögliche Sonderprofite durch den Weiterbetrieb abgeschriebener Altreaktoren eine Gefährdung der Sicherheit der Bevölkerung Norddeutschlands und weit darüber hinaus in Kauf", erklärte das Aktionsbündnis und erinnert dabei an den Unfall im von Vattenfall betriebenen Atomkraftwerk im schwedischen Forsmark.

Daher fordert das Bündnis aus Umweltorganisationen, Verbraucherschutzverbänden und Anti-Atomkraft-Initiativen Vattenfall-Kunden auf, jetzt die in den vergangenen Wochen begonnene Fluchtbewegung weg vom schwedischen Atom- und Braunkohlkonzern hin zu Ökostromunternehmen zu verstärken. "Hierzulande ist niemand gezwungen, Atomstrom zu kaufen", heißt es in der Erklärung des Aktionsbündnisses weiter. "Machen Sie Atomstrom zu einer immer schwerer verkäuflichen Ware", fordert das Bündnis und ermuntert Verbraucher, zu einem Ökostrom-Versorger zu wechseln, der Elektrizität ausschließlich aus erneuerbaren Energien gewinnt. Zudem lasse sich so auf lange Sicht Geld sparen, da "die Ökostrom-Unternehmen ihre Preise stabil halten."

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