Endlager-Problematik

Atomkraftgegner: Protest an Karlsruher Sandstein-Pyramide

Atomkraftgegner haben am Mittwoch mit einer Protestaktion in der Karlsruher Innenstadt auf die ungelöste Endlager-Problematik hingewiesen. An der rund 6,50 Meter hohen Sandstein-Pyramide - dem Wahrzeichen der Stadt - befestigten sie mit Hilfe einer Leiter ein Seil mit sieben gelben Atommüllfass-Attrappen.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Karlsruhe (ddp/sm) - Vor der Pyramide spannten sie ein Banner mit der Aufschrift: "Endlager gefunden." Die Pyramide auf dem Marktplatz ist zugleich das Grabmal des 1738 verstorbenen Stadtgründers Markgraf Karl Wilhelm von Baden-Durlach. Die Polizei ließ die AKW-Gegner zunächst gewähren. Nach 20 Minuten brach sie die Demonstration aber ab.

Ein Sprecher der Atomkraftgegner sagte: "Wir protestieren dagegen, dass weiterhin Kernkraftwerke betrieben werden, ohne dass es ein Endlager für den hoch radioaktiven Müll gibt." Mit der Aktion wolle man "das erste wirklich sichere Atommüll-Endlager der Republik" eröffnen, sagte er ironisch. In die Gruft dringe "weder Wasser noch Salzlauge ein, und nach menschlichem Ermessen besteht derzeit auch keine Einsturzgefahr."

Die Protestaktion richtete sich auch gegen den bevorstehenden Atommülltransport nach Gorleben. Der Castorzug mit hoch radioaktivem Müll aus der französischen Wiederaufbereitungslage La Hague soll am Freitagabend starten und am Samstag die französisch-deutsche Grenze zwischen Lauterbourg und Wörth nahe Karlsruhe passieren.

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